Von Gößnitz im Bezirk Voitsberg nach Mexiko und von dort mit ihren Produkten auf Magazincover und die Mailänder Fashion Week. Lisa Dobler hat vor zehn Jahren der Steiermark den Rücken gekehrt und ist nach Querétaro ausgewandert. Zunächst für ihr Masterstudium. Danach hielt es sie vor Ort.

Heute führt sie in Mexiko ihr eigenes Unternehmen „Lebensstück Leather & Home“ mit rund 20 Mitarbeitenden und designt und produziert dort Lederprodukte. Ihre Produkte haben es bereits auf das Cover des World Leather Magazins und im letzten Jahr auf den Laufsteg der Mailänder Fashion Week geschafft. Aktuell produzieren sie etwa für die Automarke Ford.

Neugierde und Reislust zogen Lisa Dobler in die Ferne

Obwohl sie das Leben im Dorf schätzt, war es ihr nicht genug. „Ich habe gemerkt, es gibt so viel im Leben zu entdecken“, sagt sie. Während ihres Studiums Internationale Geschäftsprozesse in Graz zog es sie für Auslandssemester nach Mexiko und Neuseeland. „Wir schauen in Österreich nie über den Tellerrand und ich habe gesehen, dass es woanders auch sehr schön ist.“

Für ihre Masterarbeit kehrte sie nach Mexiko zurück. Ihr Unternehmen entstand dabei durch Zufall – war es doch zunächst als Testballon für ihre Masterarbeit gedacht. In Querétaro hat sie jedenfalls viel österreichische Gesellschaft. Denn durch die frühere Habsburgerherrschaft gibt es dort heute noch eine österreichische Schule und viele österreichische Unternehmen, etwa die Voestalpine oder Swarovski.

Familie und Schweinsbraten fehlen besonders

Was sie in Mexiko hält: „Die Wärme, nicht nur vom Klima, sondern auch die der Menschen“, sagt sie. Einmal im Jahr geht es für sie zurück in die Heimat. Was sie neben ihrer Familie besonders vermisst: den Speck, das Leitungswasser, das Schwarzbrot. „Der Schweinsbraten schmeckt hier auf jeden Fall ein bisschen anders. Das klingt ein bisschen verrückt, aber der Buschenschank fehlt hier an jeder Ecke“, sagt sie. Daher ist sie sich auch ganz sicher, irgendwann geht es für sie wieder zurück. „Das kann aber noch zehn, 20 Jahre dauern“, sagt sie.