Auf der Südstrecke weht ab Sonntag, dem 1. März, ein frischer „Westwind“. Denn auch die private Westbahn wird an diesem Tag zur Südbahn und nimmt ihren regulären Zugverkehr auf. Gestartet wird mit drei Verbindungen täglich.
„Die Jungfernfahrt“ zwischen Wien und Villach wurde am Freitag, dem 27. Februar, im Beisein zahlreicher Prominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft absolviert. Und wer die Westbahn besser kennenlernen will, der hat dazu am Samstag, dem 28. Februar, die Gelegenheit. Da legt die Bahn je einen Stopp in Wiener Neustadt (von 8.49 Uhr bis 9.50 Uhr) und Graz (von 11.46 Uhr bis 12.45 Uhr) ein. Die neuen Züge können dann von Interessierten in den jeweiligen Hauptbahnhöfen etwa eine Stunde von innen und außen unter die Lupe genommen werden. Eine Mitfahrt ist allerdings nicht möglich.
Kostenlose Kennenlernfahrten gibt es zwischen Villach und Kühnsdorf-Klopeiner See. In Villach fährt man um 14.08 Uhr bzw. 16.08 Uhr Richtung Kühnsdorf-Klopeiner See, von dort wieder um 15.19 Uhr und 17.09 Uhr retour nach Villach.
Zugverkehr auf der Südstrecke wird dichter
Aber was tut sich jetzt Neues auf der Südstrecke, auf der ja seit Mitte Dezember des Vorjahres die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt im Regelbetrieb ist. Die Züge der ÖBB verbinden die beiden Landeshauptstädte im Stundentakt. Künftig wird der Zugverkehr auf der Strecke noch dichter. Drei tägliche Verbindungen wird es in den ersten Wochen geben (mit Start in Graz um 8.45 Uhr, 16.45 Uhr und 18.45 Uhr). Doch dabei wird es nicht bleiben. Bereits ab 26. März wird rund um Wochenenden, Feiertage und Ferienwochen auf fünf tägliche Verbindungen ausgeweitet, die ab 29. Mai dann jeden Tag verkehren sollen. Die Strecke Wien – Villach wird in dreieinhalb Stunden mit insgesamt sieben Zwischenstopps bewältigt.
Gehalten wird vorerst nicht in allen größeren Stationen, die die ÖBB auf der Südstrecke anfahren. So stoppt die Westbahn in Meidling, nimmt dann die Pottendorfer Strecke nach Wiener Neustadt, Payerbach-Reichenau, Bruck/Mur, Graz, Kühnsdorf-Klopeiner See, Klagenfurt, Pörtschach und Villach. Mit der Eröffnung des Semmeringbasistunnels Ende 2029 bzw. Anfang 2030 peilt die Westbahn zwischen Wien und Klagenfurt den Stundentakt an. Die dafür erforderlichen Züge werde man noch heuer bestellen.
Die schnellsten Züge Österreichs
Die Westbahn-Züge, die ab 1. März auf der Südstrecke verkehren, entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Ja mehr noch: Laut Westbahn sind die drei neuen SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge des Schweizer Herstellers Stadler, die bis zu 250 Stundenkilometer schnell fahren, die „schnellsten Züge Österreichs“. Dazu möchte man mit viel Komfort punkten. Die Züge sind jeweils mit 422 Ledersitzplätzen, und Steckdosen an jedem Sitzplatz ausgestattet. Die Sitzplatzreservierung ist kostenlos, wie auch das W-Lan im Zug. Die Doppelstockwaggons, die die Westbahn auf der Weststrecke einsetzt, können auf der Südstrecke erst mit Eröffnung des Semmeringbasistunnels Ende 2029 bzw. Anfang 2030 eingesetzt werden.
„Der Goliath bestimmt den Preis“
Wie sich die Preise auf der Strecke, durch nunmehr zwei Anbieter, entwickeln, wird sich weisen. Sie können sich – je nach Verfügbarkeit der Tickets – auch laufend ändern.. Ob er den Preiswettbewerb mit den ÖBB suche, wurde Westbahn-Miteigentümer Hans-Peter Haselsteiner im Interview mit der Kleinen Zeitung gefragt. Die Antwort: „Wie immer bestimmt der Goliath, der das Monopol innehat, im Wesentlichen den Preis. Der David, der am Kuchen knabbern möchte, muss sich damit begnügen, was vorgegeben ist.“