Das Feiern von Taufen und Trauungen, das Leiten von Wort-Gottes-Feiern und Begräbnisse: Das sind nur einige der Aufgaben, die Ständigen Diakone traditionell in der katholischen Kirche übernehmen. 96 gibt es nunmehr in der Steiermark, zwölf von ihnen – so viele wie noch nie seit der Wiedereinführung des Amtes – empfingen am 9. November ihre Weihe.
Ehrenamtlicher Dienst
„Die Diakone sind eine wichtige Stütze für die Priester in den Pfarren“, skizziert Peter Weinhappl. Er ist Rektor der Diakone, leitet deren Ausbildung und ist Bindeglied zu Bischof und Generalvikar. „Unser Aufgabenbereich umfasst die Liturgie ebenso wie die Diakonie.“ Diakonie leitet sich gleich wie Diakon vom griechischen Wort für Dienen ab, entsprechend meint er: „Es ist ebenso unsere Aufgabe, Ohr und Herz bei den Menschen am Rand zu haben.“ Dazu gehöre etwa der Dienst im Pflegeheim oder Krankenhaus, im Bereich Palliativ und Hospiz oder auch im Kriseninterventionsteam. Die meisten Diakone üben ihren Dienst im Ehrenamt aus, nur vereinzelt im Hauptamt.
Wer dieses Amt antreten will, „muss tief im Glauben verwurzelt und bereit sein, für andere da zu sein“, führt Weinhappl aus, der selbst auch Diakon ist. Theologisches Wissen ist Voraussetzung, die eigentliche Ausbildung selbst umfasst Liturgie, Predigt oder eben Seelsorge und dauert drei bis vier Jahre. „In dieser Zeit können sowohl die Kandidaten nochmals schauen, ob es für sie passt und ebenso die Kirche, ob der Kandidat alles Wesentliche mitbringt.“
Unterschiedliche Berufungen
Die zwölf Neugeweihten stammen aus unterschiedlichen Regionen, sind unterschiedlichen Alters und haben unterschiedliche Berufe. Peter Hirschbauer ist einer von ihnen. Der 43-Jährige wohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Fladnitz an der Teichalm und führt einen Betrieb mit 50 Milchkühen. „Nach familiären Herausforderungen und tragischen Todesfällen im Freundeskreis habe ich zuerst mit dem Herrgott gehadert. Doch dann hatte ich plötzlich die Erkenntnis, dass alles seinen Grund hat – auch wenn ich es nicht verstehe. Womöglich war es eine Gottesbegegnung.“ In einer schnelllebigen Zeit wie der heutigen für Menschen da zu sein, sei wichtig, meint Hirschbauer. Zugleich sei es ihm ein Anliegen, das Evangelium in der heutigen Sprache zu verkünden.
Künftig ebenso als Diakon tätig sein, wird Michael Murg. Nach vielen Jahren im Buchhandel erfuhr er seine Berufung erst in der Pension. „Als ich meiner Frau davon erzählt habe, meinte sie: ,Wenn das dein Weg ist, gehe ich ihn mit.‘“ Seinen Dienst sehe er gerade darin, auf Menschen zuzugehen, die Zahl der Kirchenmitglieder werde zwar kleiner, doch immer mehr Menschen seien auf der Suche“, sinniert der Grazer. „Für mich ist es wichtig, dass ich Jesus Christus nicht nur durch Worte, sondern durch mein ganzes Leben bezeuge.“
„Diakonat hat Zukunft“
Viele Gläubige würden Diakone als „besonders authentisch“ wahrnehmen, da sie selbst Frau und Kinder hätten, weiß Weinhappl. Und: „Manche Familien begleitet man oft über Jahrzehnte und begeht mit ihnen Taufen und Hochzeiten ebenso wie Begräbnisse. Das stiftet auch im eigenen Leben Sinn.“ Dass das Diakonat Zukunft hat, davon ist er überzeugt. „Schade, dass Frauen noch nicht zu diesem Amt zugelassen werden.“