Jener 15-jährige Weststeirer, der im Juni nach dem Amoklauf in einer Grazer Schule mehrfach E-Mails mit Bombendrohungen in Stainz ausgeschickt und für Evakuierungen gesorgt hatte, musste sich am Donnerstag am Grazer Straflandesgericht für seine Taten verantworten.
In den Tagen nach dem Amoklauf mit zehn Todesopfern in Graz hat es im Bezirk Deutschlandsberg mehrere Bomben- sowie Anschlagsdrohungen gegeben. Es handelte sich um Nachrichten u. a. an die Mittelschule Stainz.
Bombendroher ausgeforscht
„Heute ist es soweit. Wir sind viele.“ Derart kündete der Jugendliche eine von vier Taten an. Diese Drohungen führten in der Folge an insgesamt vier unterschiedlichen Tagen im Juni 2025 zu umfassenden Evakuierungen und Maßnahmen der Polizei. Konkrete Gefahren konnten dabei in keinem der Fälle festgestellt werden. Betroffen waren Volksschule, Mittelschule und Polytechnische Schule in Stainz sowie - in einem Fall - das Schulzentrum in St. Stefan ob Stainz samt Volksschule, Mittelschule und einem Kindergarten. Der ordnungsgemäße Schulbetrieb konnte an diesen Tagen nicht fortgesetzt werden.
Hausdurchsuchung beim Verdächtigen
Der Verdacht fiel auf den 15-jährigen Weststeirer. Ermittlungen der Polizeiinspektion Stainz mit Unterstützung eines IT-Ermittlers der Kriminalassistenzdienststelle (KAD) Deutschlandsberg führten zu ihm. Als genug Beweise gesammelt waren, ordnete die Staatsanwaltschaft Graz eine Hausdurchsuchung beim 15-Jährigen an. Elektronische Datenträger wurden sichergestellt.
Bei der Verhandlung zeigte sich der Weststeirer – wie auch schon bei den Einvernahmen – geständig. Das Urteil wegen schwerer Nötigung: sechs Monate bedingt (Probezeit drei Jahre) und eine Geldstrafe in Höhe von 1440 Euro. Es ist noch nicht rechtskräftig.