Gute Nachrichten für Hitzegeplagte: „Unsere bisherigen Messungen zeigen, dass die steirischen EU-Badegewässer über eine sehr gute Wasserqualität verfügen“, heißt es von der Gesundheitsagentur Ages gegenüber der Kleinen Zeitung. An 31 der 32 EU-Messstellen stuft sie die Wasserqualität als „ausgezeichnet“ ein.
Nur der Zenzsee in Tragöß fällt leicht ab: Dort wurden Anfang Juni fast doppelt so viele E.-coli-Bakterien wie für die Bestnote erlaubt gemessen. Der Richtwert liegt bei 100 keimbildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter. Diese Bakterien kommen im Darm von Mensch und Tier vor, eine erhöhte Konzentration deutet auf fäkale Verunreinigung hin.
Baden ohne Hintergedanken
Als mögliche Ursachen nennt die Ages Viehwirtschaft und Kläranlagen im Einzugsgebiet. Trotzdem: Der gesetzliche Grenzwert von 1000 KBE wird auch im Zenzsee deutlich unterschritten, es reicht für die zweitbeste Note „gut“. Baden ist also auch dort unbedenklich. Die Wasserqualität wird in allen Seen bis Ende August insgesamt fünfmal überprüft. Einzelne Messergebnisse sind immer Momentaufnahmen, Faktoren wie starke Regenfälle können für kurzfristig schlechtere Wasserwerte sorgen. Werden gröbere Mängel festgestellt, wird deshalb zeitnah eine zusätzliche Messung durchgeführt. Für Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität ist grundsätzlich der Betreiber des Badesees verantwortlich.
Zusätzlich zu Fäkalkeimen werden vor allem in flacheren, nährstoffreichen Gewässern auch Cyanobakterien zunehmend zum Problem. Sie profitieren von den steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels und können Giftstoffe bilden. Zu erkennen sind sie laut Ages durch eine bläulich-grüne Trübung des Wassers, Schlierenbildung, „Algenteppiche“ an der Wasseroberfläche und eine Sichttiefe von unter einem Meter.
Angenehme Temperaturen – noch
Derzeit aber sind die Bedingungen nahezu ideal. Die meisten steirischen Seen bieten nicht nur sauberes, sondern auch angenehm kühles Wasser: Der Altausseer See im Salzkammergut kommt auf erfrischende 17,6 Grad, der benachbarte Grundlsee auf 21 Grad. Das „Meer der Grazer“, der Schwarzlsee in Unterpremstätten, hat angenehme 23 Grad. 24 Grad sind es im Badesee Kumberg. Besonders warm sind auch der Badesee Wildon nahe Graz und der Stubenbergsee mit jeweils 26 Grad. Letzterer ist einer der wärmsten Badeseen Österreichs: Vergangenen August erwärmte sich der See im Hochsommer auf bis zu 29 Grad. Um ihn trotz immer weiter steigender Temperaturen als Badesee zu erhalten, wurde dort 2019 sogar ein Kühlungssystem installiert.
Stand-Up-Paddle nicht überall gerne gesehen
Freunde des Stand-Up-Paddles müssen mittlerweile nicht nur in Kärnten mit Einschränkungen rechnen. Die Trendsportart, bei der man auf einem breiten Surfbrett steht und mit einem langen Paddel übers Wasser bewegt, ist unter anderem am Leopoldsteinersee, am Ödensee und am Toplitzsee verboten.