Er glaube nicht an ein Scheitern der blau-schwarzen Koalitionsverhandlungen, sagte der designierte steirische SPÖ-Chef Max Lercher am Dienstagabend im „ORF Report“. Die ÖVP wisse ganz genau, was sie tut, wenn es um Macht und um Posten geht – „im Preistreiben war sie immer schon perfekt“, so der Steirer. Eingeladen war Lercher, um über den Politkurs seines Vertrauten, Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, zu sprechen.

Die Frage, ob die SPÖ in etwaige Neuwahlen wieder mit Andreas Babler an der Spitze gehen soll, wollte Lercher nicht explizit beantworten. „Wenn es so weit ist, sollte man darüber reden. Aber intern, wir sind eh schon oft genug in den Medien mit Personaldebatten“, sagte er. Das Modell Burgenland sieht er jedenfalls als jenes, das der SPÖ am meisten Erfolg verspreche. „Die Sozialdemokratie im Burgenland ordnet die Systeme neu für die Bevölkerung. In diesem Land wird Politik gemacht, die wirkt.“ Wenn man darunter den Begriff „Doskonomics“ verstehe, dann sage er dazu ja, erklärte der geschäftsführende Vorsitzende der steirischen Roten.

„Spaltung stand nie im Raum“

Warum denn die SPÖ in der Steiermark dazu bereit war, mit der FPÖ zu regieren, wurde Lercher von Moderator Wolfgang Wagner gefragt. Lercher verwies auf den Kriterienkatalog der SPÖ, der den Landesparteien eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen erlaube. Außerdem: „Wenn die 35 Prozent machen, kann ich das nicht einfach wegreden“. Die SPÖ wollte mitregieren, genommen hätten sie (die Freiheitlichen) trotzdem die ÖVP. Dass das Zustandekommen von Blau-Rot zu einer Spaltung innerhalb der steirischen Sozialdemokratie geführt hätte, stellte Lercher in Abrede. „Das stand nie im Raum.“