Im Winter wird das Leben auf der Straße zu einem Kampf ums Überleben. 1851 Menschen haben in der Steiermark keine Wohnung, die Dunkelziffer dürfte aber weit höher sein. Viele übernachten unter Brücken, auf Bänken, vor Geschäften. Besonders die Nächte werden zur Lebensgefahr. Diese Notlage wird auch bei den Hilfseinrichtungen offensichtlich. „Meldungen über das Kältetelefon haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht“, sagt Jakob Url, Leiter der Caritas-Winternotschlafstelle. Momentan klingelt das Telefon bis zu 15-mal am Tag. Ehrenamtliche Mitarbeiter fahren dann im Kältebus zu den jeweiligen Adressen, um die Obdachlosen vor Ort zu versorgen. „Zwei Personen konnten wir am Montag überreden, in einem Notquartier zu übernachten. Eine Person musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Allen anderen haben wir Tee, Essen und warme Kleidung vorbeigebracht“, berichtet Url. Mit dem Start des Kältebusses in der zweiten Novemberhälfte wurden viermal so viele Versorgungs- und Materialpakete mit Lebensmitteln, Getränken, Schlafsäcken und Decken verteilt wie im Jahr zuvor.
Hilfe für Obdachlose
Kältetelefon: „Meldungen haben sich verdreifacht“
Das Caritas-Kältetelefon verzeichnet in der Steiermark dreimal so viele Anrufe wie im Vorjahr. Die Notschlafstellen sind bis zu 90 Prozent ausgelastet.
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