Nach den corona-bedingten Absagen drohte ein verspäteter Saisonstart am 22. Jänner in Ljubno. Wie erleichtert sind Sie, dass es nun doch schon heute in der Ramsau losgeht?
DANIELA IRASCHKO-STOLZ: Es war zu befürchten, dass alle längeren Reisen wie nach Japan oder China organisatorisch kaum zu bewältigen sein würden. Und es stellt sich die Frage, ob sich das überhaupt rentiert. Denn, wenn du Spitzensport machst, leistest du für die Gesellschaft nicht einen absolut unverzichtbaren Beitrag, damit sich das Rad weiterdrehen kann. Es sind nun harte Zeiten, die definitiv nicht nur Sportler treffen. Im Gegenteil, wir Sportler führen ein sehr privilegiertes Leben, haben beim Training keine Einschränkungen. Die Opfer sind der Breiten- und der Schulsport – und das gibt mir zu denken. Hier muss man die Hebel ansetzen, denn es wird nicht die letzte Pandemie sein. Da muss man sich Konzepte überlegen, wie man die Leute in solchen Zeiten mehr zum Sport bringen kann.
Interview
Iraschko-Stolz: "Es ist im Leben leider nicht alles immer nur fair"
Vor dem heutigen Saisonstart der Skispringerinnen in der Ramsau (15.40 Uhr) spricht die Steirerin Daniela Iraschko-Stolz über Corona, Defizite, Diskriminierung und ihre Zukunft.
© APA/GEORG HOCHMUTH