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Nordische KombinationDas Los der "Zehnkämpfer des Winters"

Am Freitag startet in Ruka die neue Kombinierer-Saison. ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen spricht über Erwartungen, Zugpferde und mangelnde Anerkennung.

NORDIC SKIING - FIS WC Ruka, Nordic Opening
Das ÖSV-Team in Ruka: Philip Orter, Lukas Klapfer, Thomas Joebstl, Franz-Josef Rehrl, Martin Fritz and Lukas Greiderer (von links) © GEPA pictures
 

Das Warten hat ein Ende, am Freitag starten die Kombinierer in Ruka in die neue Saison. Was trauen Sie Ihren Burschen zu?
CHRISTOPH EUGEN: Wir haben in der Vorbereitung alles erledigt, was wir uns vorgestellt haben. Die Jungs sind solide drauf – wo wir stehen, wird man erst nach den ersten Bewerben sehen. Allerdings ist Ruka wegen der stets schwierigen Bedingungen nicht zu einhundert Prozent aussagekräftig.

Ein Grund, warum Lukas Klapfer den Saisonauftakt in Finnland in den vergangenen Jahren stets ausließ. Heuer ist der Steirer aber dabei.
EUGEN: Luki hat seine Knieprobleme rechtzeitig in den Griff bekommen und da es heuer kein Großereignis gibt, in Ruka aber gleich drei Einzelbewerbe über die Bühne gehen, ist es wichtig, dass man gleich von Anfang an dabei ist.

Der Fokus liegt also auf dem Gesamtweltcup.
EUGEN: Auch. Wir nehmen aber prinzipiell jeden Podestplatz dankend mit. Mir persönlich wäre es wichtig, wenn wir wieder einmal den Nationencup holen könnten, weil der die Gesamtstärke des Teams widerspiegelt.

NORDIC SKIING - OESV, media day
Cheftrainer Christoph Eugen Foto © GEPA pictures

Apropos Stärke – ist Franz-Josef Rehrl das neue Zugpferd innerhalb des Teams?
EUGEN: Ein Zugpferd war bei uns nie ein Thema. In den vergangenen Jahren war Bernhard Gruber der erfolgreichste Athlet, doch hätte diese Rolle aufgrund seines Charakters gar nicht zu ihm gepasst. Aber natürlich schauen die Kollegen auf den Franz-Josef – er war zuletzt sehr erfolgreich. Von ihm kann man Dinge kopieren, mit ihm kann man sich aber auch im Training messen und sieht anhand der Ergebnisse, wo man ungefähr steht. Daher ist es auch so wichtig, dass wir sowohl gute Springer, als auch gute Läufer in unserem Team haben.

Für einen Weltcupsieg gibt es 7230 Euro und damit weniger als etwa für die Skispringer. Wird die Nordische Kombination unter Ihrem Wert verkauft?
EUGEN: Es stimmt schon, dass bezüglich Geld in den letzten Jahren nicht viel passiert ist, doch sind wir diesbezüglich auch von den Medien abhängig. Wenn man etwa auf einer Zeitungshomepage nach Nordische Kombination sucht, muss man schon sehr weiter hinunterscrollen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Denn eigentlich hört man so oft, dass der Sport extrem spannend sei.

Das Kombinierer-Los erinnert an jenes der Zehnkämpfer.
EUGEN: So ist es. Die Zehnkämpfer sind die Könige der Leichtathletik, doch die 100-Meter-Sprinter stehen weit mehr im Fokus. Würde sich der Franz-Josef nur auf das Skispringen konzentrieren, könnte er wohl auch mit den Spezialspringern mithalten. Aber wenn man 500 Stunden Langlauftraining in den Beinen hat, geht das natürlich nicht. Trotzdem ist es eben das Besondere bei der Nordischen Kombination, dass man gleich zwei Sportarten so gut wie möglich beherrschen muss.

Bei den Skispringern sorgt gerade der „Wunderschuh“ der Polen für Aufregung. Ist das auch bei den Kombinierern ein Thema?
EUGEN: Beim Skisprung-Auftakt in Wisla ist nichts Großartiges passiert, viele haben wieder auf das alte Material zurückgegriffen. Aber die Idee ist super, der Schuh passt sich perfekt an. Doch steckt das Ganze noch in seiner Entwicklung – und wir werden diese Entwicklung bestimmt nicht verschlafen.

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