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Doping-SkandalLilge: ''Es ist undenkbar, dass Trainer nichts mitbekommen haben''

Die Leistungssprünge durch Blutdoping seien innerhalb kürzester Zeit einfach zu groß, dass das den Trainern nicht auffallen würde, betonte Lilge.

 Experte Lilge: ''Es ist undenkbar, dass Trainer nichts mitbekommen haben''
: "Wenn ein Trainer im Spitzensport, der nah am Mann arbeitet, nicht mitbekommt, dass ein Athlet dopt mit Blutmanipulation, dann ist er entweder ein schlechter Trainer oder ein Lügner." © AP
 

Der österreichische Anti-Doping-Experte Wilhelm Lilge hält es für unglaubwürdig, dass das enge Betreuungsumfeld von Eigenblut-Doping betreibenden Athleten nichts von den Manipulationen mitbekommt. Die Leistungssprünge durch Blutdoping seien innerhalb kürzester Zeit einfach zu groß, dass das den Trainern nicht auffallen würde, betonte Lilge.

"Das ist lächerlich, die Leute werden für blöd verkauft. Es ist undenkbar, dass Trainer, die immer dabei waren, nichts mitbekommen haben. Das betreuende Umfeld muss hier etwas mitbekommen haben", sagte Lilge auf die mutmaßlichen Blutdopingvergehen der österreichischen Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke angesprochen.

"Schlechter Trainer oder Lügner"

Zur Veranschaulichung führte er eine Passage aus einem vorliegendes Gerichtsurteil gegen einen Trainer an: "Wenn ein Trainer im Spitzensport, der nah am Mann arbeitet, nicht mitbekommt, dass ein Athlet dopt mit Blutmanipulation, dann ist er entweder ein schlechter Trainer oder ein Lügner."

Die abrupte Leistungssteigerung von Eigenblutdoping sei so signifikant, dass Betreuer das registrieren müssten. "Man hat innerhalb von Stunden einen Leistungssprung, der weit über dem liegt, was man mit Training in kurzer Zeit erreichen kann. Das muss auffallen", sagte der seit vielen Jahren als Trainer von Spitzenleichtathleten arbeitende Wiener.

Aus Ackergaul kein Rennpferd

Mit Blutdoping alleine könne man zwar aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen, wenige Prozent Leistungssteigerung würden im hohem Niveau des Spitzensports aber oft viel ausmachen. "Die letzten paar Prozent, die bedeuten in der Weltspitze einen Riesenunterschied", so Lilge. Dieser Unterschied entscheide zwischen Mitläufertum und Medaillengewinnern.

Unwissenheit "völlig abwegig"

Unwissenheit des nahen Betreuerumfeldes sei bei Eigenblutdoping jedenfalls völlig abwegig. "Das ist absolut auszuschließen." Im Bezug auf den "Vorzeigeverband" ÖSV stelle er sich die Frage, ob in diesem nach den Skandalen 2006 und 2014 die Strukturen und Personalien einen großen Ehrgeiz gehabt hätten, Doping auszumerzen oder nicht. Die Antwort müsse seiner Meinung angesichts der aktuellen Entwicklung wohl Nein lauten.

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Armergehtum
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Saubere Leichtathletik?

Nun eine Frage: was ist mit Robert Wagners Athleten

fon2024
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Amdaman

Lilge wer soll das feiner Meinung sein, nur blöd reden ist zu wenig, ich kenne niemanden der sich aufdrängt

HPIK1RXCA6MZ63IL
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Klare Worte, die aber

auch die Komplizenschaft der Medien aufzeigen. Eigentlich müssten diese Auffälligkeiten auch den mitreisenden Sportjournalisten auffallen. Die jetzt gespielte Überraschung und die Empörung überzeugt mich nicht.

HPIK1RXCA6MZ63IL
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Zum Teil besteht auch von

den Firmen ein Interesse daran aufzuzeigen, dass man nicht nur mit Training alleine die Leistung steigern kann. Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich bei Bergfahrten den achtlos weggeworfenen Müll ( Gels, Kohlehydratriegel etc.) der "Kollegen" sehe. Vorbild sind da die Spitzensportler selbst, die sich lässig mit elegantem Schwung auch der Wasserflaschen entledigen. Erbärmlich!

pink69
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deshalb

ist definitiv Hr. Schröcksnadel hier gefordert . Hier nur zu poltern, was er ja immer macht, ist eindeutig zu wenig. Es gehört endlich eine neue, moderne und der Zeit gerechten Funktionärsspitze im ÖSV installiert und die alte Garde (mit Leuten über 70 Jahren- bei allem Respekt) aussortiert. Die sollen endlich zurück treten. Es ist mittlerweile auch widerlich anzusehen, wie Herr Schröcksnadel und Herr Pum sich in den unterschiedlichen Zielräumen präsentieren- meist wie 2 kleine Kinder die sich auf Schokolade freuen und wenn einer Ihrer bevorzugten Athleten (zB. Hr. Hirscher) gewinnt, dann sind irgendwann auch Purzelbäume nicht mehr ausgeschlossen. Nein, so geht das im heutigen "Spritzensport" nicht mehr, heute müssen scharfsinnige Funktionäre an die Spitze, die auch Kontrolle übernehmen können. Dann wird auch das dopen im eigenen Verband noch schwieriger und nahezu ausgeschlossen. Ganz eindämmen wird man solche traurigen und kriminellen Vorkommnisse zwar nie, aber überschaulicher machen.