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Adrian Solano

Der tollpatschige und tragische Langlauf-Held von Lahti

Das Video des venezolanischen Langläufers Adrian Solano wurde zum Internet-Hit.

Adrian Solano
Adrian Solano © APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND
 

Adrian Solano (22) bestritt bei der Nordischen Ski-WM in Lahti ein Qualifikationsrennen im Sprint. Ein schwieriges Unterfangen, wie man rasch sah: Langsam und mit allerhöchster Vorsicht wagte er sich auf die Loipe. Die Unsicherheit sah man ihm bereits an, als er aus dem Starthaus geschubst wurde.

Das Video von seinem Lahti-Abenteuer brachte dem Venezolaner große Sympathien ein. Mal stoppte er, dann stürzte er, später brach gar sein Stock. Trotz der Schwierigkeit gab er nicht auf, quälte sich auf seinen dünnen Langlaufskiern tatsächlich durch den Schnee bis zur Ziellinie. Dort war er dann sichtlich erschöpft, grinste aber und hob die Fahne Venezuelas empor:

In Paris als Terrorverdächtiger aufgehalten

Die Reise aus dem warmen Venezuela in das kalte, finnische Lahti war für Solano aber alles andere als einfach. Der Mann aus der Stadt Maracay machte in Paris eine Zwischenlandung, um dann weiter zum Vorbereitungstraining nach Schweden zu fliegen - doch die Polizei wurde auf ihn aufmerksam. Mit 28 Euro in seiner Geldtasche hegte Frankreichs Exekutive den Verdacht, es handle sich um einen Drogenhändler oder gar um einen Terroristen.

Als Solano dann erklärte, dass er Langläufer sei und sich auf dem Weg nach Lahti befinde, wollte man ihm nicht recht glauben. Er wurde stundenlang verhört und schließlich durfte er, trotz gültigen Flugtickets, nicht weiterreisen. Er saß mehrere Tage am Flughafen fest, ehe das venezolanische Konsulat ihm ein Rückflugticket in die Heimat kaufte.

Ein Journalist ermöglichte den Traum

Venezuela verfügt aber tatsächlich um ein Skiteam - und Solano damit auch über Teamkollegen. Und einer von ihnen, Cesar Baena, erzählte die Geschichte den Schwedischen Medien. Ein Journalist startete eine Sammelaktion, um die Reise nach Finnland noch finanzieren zu können.

Solano kam schließlich mit mehrtägiger Verspätung in Lahti an, wo er dann mit 38-minütiger Rückstand das Ziel durchquerte. Die Herzen der Fans hat er mit seiner Geschichte allemal erobert.

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Danke für Ihr Verständnis.

anzughildbert
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Ich weiß,

dabei sein ist alles, und die WM ist auch für jederman.

Was ich persönlich jetzt nicht verstehe ist aber warum denn Venezuela, ein Land das ja etwas in einer Krise steckt und es den Menschen nicht gut geht, das Geld aufbringt um einen Schilangläufer den ganzen Weg nach Finnland zu schicken obwohl er, vermutlich, noch nie wirklich den Sport ausgeübt hat, auf Rollern sicher, aber meiner Meinung nach reicht das trotzdem für eine WM im Schnee noch nicht aus... Vorallem Kosten für Unterkunft, Verpflegung u.ä. sind ja verhältnismäßig auch nicht wirklich günstig.

Trotzdem wünsche ich dem tapferen Mann alles Gute.

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EvaSchnabl
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So schlecht war das gar nicht.

Ich bin überzeugt, dass 99,9% der Österreicher das nicht so gut können.

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anzughildbert
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?

0,1% sind nur ca. 5500 Personen in Österreich (berechnet aus der Altersgruppe zwischen 14-60) die besser in der Loipe wären als der Herr... vermutlich sind es "etwas" mehr...

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homerjsimpson
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Quali Sprint sind 1,6 km

... Sieger 3min. Er hat also 41min gebraucht für 1,6km, also rund 2,5 km/h. Da sind 99% der Österreicher zu Fuß schneller. Nette Geschichte, aber man muss ja nicht übertreiben mit den Sagern zur Leistung.
Spannend, wer alles heute ein Terrorist ist in Europa...

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Kormoran
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also dem muss ich entschieden widersprechen

habs im TV gesehn, das war leider gar nichts. jeder vergleichbare Österreicher (Alter, Sportlichkeit) stellt sich am Anfang gleich patschert an. mit Langlaufen hatte das nichts zu tun. wenn er vorher Zeit gehabt sich ans Gerät zu gewöhnen wärs wahrscheinlich etwas besser gewesen.
dennoch - die alpinen und nordischen WM brauchen anscheinend die Exoten, und Journalisten lieben solche Geschichten, warum auch immer...

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