Bevor heute (15.15 Uhr, ORF 1 live) das Weltcup-Wochenende in Lahti mit der Frauen-Konkurrenz und Hinzenbach-Siegerin Lisa Eder auf der Großschanze startet, sind die österreichischen Skisprung-Augen auf das rund 650 Kilometer Luftlinie entfernte Lillehammer gerichtet. Dort geht im Rahmen der Junioren-WM der Normalschanzenbewerb der Männer in Szene. Neben Thomas Gfrerer, Julian Auinger, Nikolaus Humml und Lukas Haagen ruhen die rot-weiß-roten Hoffnungen vor allem auf Stephan Embacher, der sein drittes WM-Gold in Serie und zugleich einen zusätzlichen ÖSV-Startplatz für die Weltcupsaison 2026/27 einfliegen will. Spaziergang wird es allerdings keiner, stößt sich doch auch der dreifache polnische Olympiamedaillengewinner Kacper Tomasiak vom Zitterbalken ab.

Nach dem Wettkampf geht es für das Duo (und auch einige andere WM-Teilnehmer) gleich weiter nach Lahti, wo am Freitag (14.30 Uhr) bei den „Ski Games“ die erste von drei Männer-Konkurrenzen auf dem Salpausselkä-Bakken auf dem Programm steht. Allerdings ist es gut möglich, dass Embacher und Co. in Finnland einmal mehr zu Statisten degradiert werden. Nämlich von Domen Prevc, der beim Skifliegen am Kulm seine Saisonsiege 12 und 13 eingeflogen und in Lahti Großes vor hat. Nachdem sich der Slowene in Mailand Cortina zum Großschanzen-Olympiasieger gekürt hat, zugleich der regierende Skisprung- und Skiflug-Weltmeister ist und auch die Vierschanzentournee gewinnen konnte, fehlt dem 26-Jährigen nur noch der Triumph im Gesamtweltcup für den Grand Slam, den bisher nur Legende Matti Nykänen in den 80er-Jahren geschafft hat.

Der Gesamtweltcup-Coup scheint für Prevc nur noch reine Formsache, bei acht ausstehenden Bewerben und maximal 800 zu vergebenden Punkten beträgt sein Vorsprung auf den Japaner Ryoyu Kobayashi 761 Zähler. Zudem hat der Überflieger aus dem Prevc-Clan die letzten sechs Wettkämpfe gewonnen. Gelingt ihm am Freitag der siebente Streich, wäre nicht nur der Gesamtweltcup eingetütet, sondern hätte zugleich die längste Siegesserie der Skisprung-Geschichte in der Tasche. Einziger Hoffnungsschimmer für die Konkurrenz: Sonderbarerweise kam Prevc in Lahti noch nie über einen 13. Platz hinaus.

Ganz ähnlich die Situation bei den Frauen: Prevcs Schwester Nika hat bei 700 ausstehenden Punkten einen 602-Zähler-Polster auf Kobayashis Landsfrau Nozomi Maruyama. Kann sie den Sack in Lahti, wo insgesamt zwei Einzel-Konkurrenzen eingebucht sind, erwartungsgemäß zumachen, wäre sie erst die zweite Skispringerin, die den Gesamtweltcup dreimal in Folge gewonnen hat. Bisher haben dieses Kunststück nur Maren Lundby und bei den Männern Adam Malysz vollbracht.

Auch Kombinierer und Langläufer dabei

Neben den Skispringern weilen aber auch die Kombinierer und Langläufer in Lahti. Bei den Kombinierern stehen bei der letzten Station vor dem Saisonfinale in Oslo am Freitag je ein Einzel-Wettkampf und am Samstag ein Mixed-Team-Sprint auf dem Programm. Johannes Lamparter hat dabei die Chance, nach dem Gewinn der Compact- und Massenstartkugel, auch den Gesamtweltcup vorzeitig für sich zu entscheiden. Derzeit hat der 24-jährige Rumer 173 Punkte Vorsprung auf Verfolger Jens Luraas Oftebro. Auf die Langläufer warten Samstag und Sonntag die Sprint- sowie die 10-Kilometer-Bewerbe.