„Ich habe so viel geschimpft, jetzt darf ich nix mehr sagen“, sagt Teresa Stadlober und lacht. Als Dritte der Gesamtwertung ist die Langläuferin bei der traditionellen Tour de Ski so gut platziert wie noch nie in ihrer Karriere – und zwei Wettkämpfe sind ausgerechnet an ihrem Lieblings-Weltcuport in Val di Fiemme noch ausständig. Nach Platz zwei auf der zweiten Etappe schaffte sie es auf der vierten als Dritte in Toblach erneut auf das Stockerl: Beim Verfolgungsrennen über 20 Kilometer musste sie sich nur der Gesamtführenden Jessica Diggins (USA) und im Zielsprint um 0,3 Sekunden Moa Ilar (SWE) geschlagen geben. „Zwei Mal auf dem Podium innerhalb so kurzer Zeit, das ist mega. Die Tour ist noch nicht vorbei, aber es ist cool, wie es läuft. So weit vorne war ich noch nie“, sagt die 32-Jährige.

TOBLACH,ITALY,01.JAN.26 - NORDIC SKIING, CROSS COUNTRY SKIING - FIS World Cup, Tour de Ski, 20km pursuit classic, ladies. Image shows Moa Ilar (SWE) and Teresa Stadlober (AUT).
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Moa Ilar (SWE) rang Teresa Stadlober im Zielsprint nieder © GEPA pictures

„Geschimpft“, das hat sie aus zweierlei Gründen. Einerseits ist die aktuelle Tour für ihren Geschmack zu sprintlastig – Athletinnen wie sie, die auf den langen Distanzen ihre Qualitäten haben, kommen da nicht zur Geltung. „Die Distanzen werden kürzer, da büße ich Sekunden ein“, sagte sie. Hatte sie noch vor der Tour die Chancen auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung deshalb als gering eingestuft, überraschte sie nun mit Platz drei auch sich selbst: „Ich habe mich bei der Tour immer vom Mittelfeld nach vorne gearbeitet. Das ist jetzt neu.“

Die Tour de Ski ist Stadlober zu „gemütlich“

Andererseits sei die Tour gar keine mehr, meinte sie: mehr Rennen, mehr Etappen lautet ihr Wunsch – im Sinne des nordischen Sports. „Wir Langläufer müssen schauen, dass wir mehr Höhepunkte haben, damit wir die Aufmerksamkeit auf uns ziehen können.“ Die Tour de Ski interessiere die Menschen grundsätzlich, aber man müsse etwas Größeres daraus machen, kritisiert Stadlober. Der Vergleich, der an dieser Stelle gerne herangezogen wird, ist jener mit dem Radsport: „Die fahren drei Mal im Jahr drei Wochen durch. Dort ist das groß.“ Im Langlaufen hingegen sei die Tour de Ski entspannter als in der Vergangenheit: „Wir hatten schon Touren mit mehr Etappen. Da hattest du nicht nur einen Rennstress, sondern auch einen Reisestress. Derzeit fühlt es sich fast ein bisschen gemütlich an.“

Am Samstag wartet ein Klassisch-Sprint in Val di Fiemme, beim Finale am Sonntag quälen sich die Athleten am Ende der zehn Kilometer über eine alpine Skipiste auf den Alpe Cermis hinauf. „Beim Sprint ist ein Podest außer Reichweite, ich möchte schauen, dass ich meine gute Form aber behalten kann. Der Sonntag ist der wichtigere Tag. Der wird beinhart, aber das ist genau das, was die Tour ausmacht“, sagt Stadlober.

Benjamin Moser auf Rang elf der Gesamtwertung

Bei den Männern ist Benjamin Moser weiter auf dem besten Weg, ein überaus achtbares Tour-Ergebnis einzufahren: Er wurde in der 20-Kilometer-Verfolgung Achter und ist Elfter der Gesamtwertung, 1:01 Minuten hinter Johannes Hösflot Kläbo (NOR). „Dass ich am Ende sogar noch um den dritten Platz sprinte, ist ein Wahnsinn, aber auf der Zielgeraden war ich leider schon richtig platt. Alles in allem ist dieser achte Platz einfach nur richtig cool“, sagt Moser

260101 Benjamin Moser of Austria competes in the men s 20km classic technique pursuit during day 5 of Tour de Ski on January 1, 2026 in Toblach. Photo: Maxim Thore / BILDBYRAN / kod MT / MT0937 skidor cross-country skiing langrenn tour de ski herr bbeng tour de ski 2025/2026 25/26 jaktstart PUBLICATIONxNOTxINxSWExNORxFINxDEN Copyright: MAXIMxTHORE BB260101MT027
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