Große Ideen für die Ski-Zukunft soll(t)en für Veränderung sorgen. Frischer Wind für das angestaubte Image des Weltverbandes. Seit vergangenem Jahr steht genau dafür der amtierende Präsident Johan Eliasch.

Zentralvermarktung, ein überarbeiteter Rennkalender, mögliche FIS-Winterspiele etc. Womit bei Eliasch zu rechnen war, ließ der Geschäftsmann und Milliardär bereits vor seiner Wahl 2021 und erst recht bei der nun (auch juristisch) umstrittenen Wiederwahl im vergangenen Sommer durchblicken. Umso verblüffender mutet es an, dass die restliche Skiwelt teilweise den Anschein erweckt, erschrocken zu sein. Erschrocken darüber, dass sich der neue Präsident nur schwer steuern und kontrollieren lässt. Und so häufen sich bisher unerfüllte Erwartungen unterschiedlichster Seiten an jemanden, der vor dem Start eines Weltcuprennens als Präsident selbst noch durch den Kurs fährt, Vorläufer und Kamerateams dadurch zum Warten zwingt und im Ziel seine Ausrüstung einfach liegen lässt.

Wie würden sie es machen?

Die Frage, die sich mir stellt, ist: Kommen die Ideen zur richtigen Zeit? Ist es für diese immer noch zu früh oder gar schon fast zu spät?
Ich bin der Meinung, dass in der Öffentlichkeit geführte Diskussionen über Rennkalender oder Ähnliches dem Sport grundsätzlich mehr schaden als nutzen. Aus einer bestimmten Perspektive heraus zu kritisieren ist schließlich einfach – aber etwas Negatives bleibt immer irgendwie kleben. Anliegen aufzuzeigen und später mit anderen Anspruchsgruppen abzugleichen könnte da schon eher hilfreich sein. Daher lassen Sie uns einen Versuch wagen. Wie würden sie es machen? Wann möchten Sie als Zuschauer Skirennen sehen?

Ich habe es probiert, den Rennkalender umgedreht und auf ein weißes Blatt Papier gestarrt. Wie würde ich es, losgelöst von allen anderen Interessen (Veranstaltungsorte, Ski-Industrie, etc.), nur aus meiner Erfahrung heraus als Sportler und nun als Zuseher haben wollen?
Um die lange Pause nach Sölden zu vermeiden, würde ich mit diesem Termin drei Wochen nach hinten rücken. Anschließend folgen, wie aktuell auch, Levi bzw. der hohe Norden und Spätherbstrennen in Amerika zur Primetime. Der Dezember und Jänner gehört den Klassikern in Europa. Im Februar würde ich Fans und Sportlern zuerst eine kurze Verschnaufpause gönnen. Auch, um Vorbereitungen, Lust und Freude auf das folgende Highlight – WM oder Olympia – entsprechend Raum zu geben. Im März schließen sich an dieses zwei, drei knackige Rennwochenenden an. Ein würdiges Finale erfolgt Anfang April mit den FIS-Winterspielen. Fans und Sportler feiern ein Frühlings-Festival mit Kugelentscheidungen in möglichst vielen FIS-Sparten ...

Ich bin gespannt darauf, Ihre Ideen zu lesen!

Eva-Maria Brem, RTL-Weltcupsiegerin und Sportlerin des Jahres 2015/16.