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Von Killy bis Hirscher 50 Jahre Ski-Weltcup im Zeitraffer

Am 5. Jänner 1967 hat in Berchtesgarden das erste Weltcup-Rennen stattgefunden. Ein Streifzug durch 50 Jahre Weltcup-Geschichte.

1966: Im Jänner in Kitzbühel wurde der Weltcup durch den französischen Journalisten Serge Lang (Bild), den Teamchefs Bob Beattie (USA) und Honore Bonnet (FRA) sowie dem Österreicher Sepp Sulzberger auf der Seidlalm praktisch "erfunden". Bei der "Sommer"-WM in Portillo in Chile erfolgte der offizielle Beschluss, deshalb gilt der 11. August 1966 als Gründungsdatum.

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Jänner 1967: Das erste Weltcup-Rennen war am 5. Jänner ein Herren-Slalom, der Sieger in Berchtesgaden war der Österreicher Heinrich Messner. Zwei Tage später legten die Damen mit einem Slalom in Oberstaufen und damit ebenfalls in Deutschland los. Die ersten drei Rennen sowie die ersten zwei Gesamtsiege gingen an die Kanadierin Nancy Greene, bei den Herren holte sich der Franzose Jean-Claude Killy 1967 und 1968 die ersten zwei Gesamtwertungen.

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1968/69: Mit Karl Schranz und Gertrud Gabl trugen sich erstmals Österreicher in die Liste der Gesamtsieger ein. Schranz wiederholte seinen Erfolg im darauffolgenden Winter. Während danach bei den Damen die große Ära von Annemarie Pröll anbrach, sollte es bei den Herren 28 Jahre dauern, bis Hermann Maier 1998 wieder die große Kugel nach Österreich holte.

(c) APA (ST. Anton Tourismusveband)

Die 1970er-Jahre: Bei den Damen sorgte Annemarie Pröll für Siege und Rekorde, bei den Herren kamen dank Gustav Thöni und Piero Gros fünf Jahre lang die Helden aus Italien, ehe Ingemar Stenmark "übernahm". Der schweigsame Schwede ist mit 86 Siegen heute noch der erfolgreichste Fahrer im Weltcup überhaupt. Franz Klammer feierte einen Großteil seiner bis heute unerreichten 25 Abfahrtssiege in diesem Jahrzehnt.

(c) APA (Votava)

Die 1980er-Jahre: Bei den Herren sorgte Phil Mahre 1981 für den ersten US-Gesamtsieg und sicherte sich die Kristallkugel gleich drei Mal in Folge, ehe sich der für Luxemburg startende Österreicher Marc Girardelli sowie der Schweizer Pirmin Zurbriggen in den acht folgenden Jahren im Kampf um die Gesamtsieg abwechselten. Zurbriggen war zudem der erste Läufer mit Siegen in allen Disziplinen. Auch bei den Damen sorgte Tamara McKinney 1983 für den ersten US-Gesamtsieg, insgesamt war es aber dank Marie-Theres Nadig, Erika Hess, Michela Figini, Maria Walliser und Vreni Schneider das Jahrzehnt der Damen aus der Schweiz. Deshalb holte sich die Schweiz von 1983 bis 1989 auch die Nationenwertung sieben Mal Folge.

(c) Maurice Shourot

Die 1990er-Jahre: Während Girardelli mit den Gesamtsiegen vier (1991) und fünf (1993) nachlegte und danach mit den beiden Norwegern Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus zwei der besten Skifahrer aller Zeiten in die Arena traten, dräute auch die Epoche des Hermann Maier heran. Der Salzburger beendete im Winter 1997/1998 die fast drei Jahrzehnte dauernde Durststrecke der ÖSV-Herren und dominierte danach die Szene wie nur wenige vor ihm. Doppel-Gold samt Jahrhundert-Sturz bei Olympia 1998 in Nagano sowie zwei Goldene bei der WM 1999 in Vail waren Zeichen einer Ära, in der Österreich dominierte wie noch nie

(c) APA/RUBRA (RUBRA)

Bezeichnend dafür war etwa der von Maier angeführte Neunfachsieg der ÖSV-Herren 1999 im Super-G am Patscherkofel oder sein bis heute gültiger Punkterekord bei den Herren (2000 Zähler).

Das Bild entstand zehn Jahre nach dem Neunfach-Sieg.

(c) APA (ERICH SPIESS / OESV)

Bei den Damen holte Petra Kronberger zunächst die Kugel wieder nach Österreich und das dann gleich drei Mal in Folge. Zudem war sie 1990 die erste von mittlerweile sechs Läuferinnen, die in allen fünf Disziplinen gewonnen haben. Anita Wachter, noch zwei Mal Schneider, die Deutsche Katja Seizinger, Pernilla Wiberg aus Schweden sowie die Österreicherinnen Alexandra Meissnitzer und "Speed Queen" Renate Götschl holten sich die weiteren Gesamtsiege.

Österreich holte 1990 auch die Oberhoheit im Nationencup zurück und hat sie seitdem nie wieder abgegeben. Man ist in dieser Wertung 27 Mal in Folge ungeschlagen und mit insgesamt 37 Siegen Rekordgewinner. Nur die Schweiz (8) und Frankreich (5) haben in 50 Saisonen ebenfalls den Nationencup gewonnen.

 

 

(c) GEPA pictures/ Witters

Die 2000er-Jahre: Hermann Maier dominierte zunächst weiter, doch sein Motorrad-Unfall im Sommer 2001 änderte viel. In die Lücke stieß u.a. Stephan Eberharter, ehe Maier 2003/2004 trotz seines demolierten Beines mit seinem vierten Gesamtsieg zurückschlug. Bode Miller brachte die USA zurück auf die Siegerlisten wie es Aksel Lund Svindal für Norwegen tat. In dieses Jahrzehnt fiel auch der einzige Gesamtsieg für Benjamin Raich (2006).

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Bei den Damen war es das Dezennium von Michaela Dorfmeister (2002) und Nicole Hosp (2007), vor allem aber jenes der Kroatin Janica Kostelic, der Schwedin Anja Pärson und am Ende von Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin verpasste 2011 ihren vierten Gesamtsieg in Folge gegenüber Maria Riesch um nur drei Punkte und so auch die Chance, wie die sechsfache Gesamtsiegerin Annemarie Moser Pröll fünf Mal in Serie zu gewinnen. Heute ist Vonn die an Siegen erfolgreichste Fahrerin bei den Damen.

 

(c) EPA (Hans Klaus Techt)

Die 2010er-Jahre: Es ist bei den Herren bisher das Jahrzehnt von Marcel Hirscher. Der Österreicher setzte zunächst ganz auf die Technikbewerbe und schaffte bis 2015/16 als erster Skirennläufer überhaupt fünf Gesamtsiege in Folge. Bei den Damen holte sich Lindsey Vonn 2012 ihre vierte große Kugel, danach sorgte die Slowenin Tina Maze mit 2.414 Zählern für einen Overall-Punkterekord. Mit Anna Fenninger, heute Veith, stieg eine Österreicherin zwei Mal in Folge auf den Thron, ehe auch sie von einer schweren Verletzung lange gestoppt wurde. Aktuelle Gesamtsiegerin ist die Schweizerin Lara Gut.

(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
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