Während Jannik Sinner im Frühjahr seine dreimonatige Dopingsperre absitzen musste, nützte der Weltranglistenerste die Zwangspause, um bei seinem Management die Weichen neu zu stellen. So beendete der 23-Jährige die fünfjährige Zusammenarbeit mit der Agentur StarWing Sports und legte sämtliche Agenden in die Hände von Alex Vittur. Der Brunecker, selbst einst Profi auf der ATP-Tour, steht Sinner seit über einem Jahrzehnt zur Seite, gilt als dessen Bezugsperson und Vertrauensmann und fädelte einst auch den Kontakt zu Sinners Ex-Coach Massimo Sartori ein.

Bei den French Open hat der 41-jährige Südtiroler dieser Tage gleich doppelten Stress. Denn neben Sinner, der mit einem glatten 6:1, 7:5, 6:0 über Alexander Bublik ins Halbfinale eingezogen ist, hat Vittur mit seiner Agentur AVIMA noch einen zweiten Spieler unter Vertrag. Oder besser gesagt eine Spielerin: Lilli Tagger, die derzeit ebenfalls in Roland Garros im Einsatz ist und sich im Juniorinnen-Bewerb mit einem 6:2, 6:3 über die Schwedin Nellie Taraba Wallberg erstmals ins Viertelfinale am Bois de Boulogne gespielt hat. Dort trifft die 17-jährige Lienzerin, die mit ihrer slowakischen Partnerin Mia Pohankova auch bereits im Doppel-Viertelfinale steht, am Donnerstag auf die an Nummer zwölf gesetzte Deutsche Julia Stusek.

Schnittpunkte mit Sinner

Wie Sinner hat auch Tagger die Basis ihres Tennis-Handwerks von Sartori in dessen Akademie in Vicenza erlernt, ehe sie sich unter die Fittiche von Ex-French-Open-Siegerin Francesca Schiavone begab und seitdem in Varese nahe Mailand trainiert. Über Vittur hat Tagger auch ein gutes Verhältnis zu Sinner, saß im Vorjahr in Paris bereits in dessen Spielerbox und konnte mit dem Tennisstar auch in Spanien einen Teil der Saisonvorbereitung absolvieren.

Schnittpunkte, von denen die Osttirolerin ebenso profitiert wie von Trainerin Schiavone. Denn das seit November 2023 bestehende Gespann funktioniert bestens, erst Ende März konnte Tagger im spanischen Terrassa das ITF-W35-Turnier gewinnen. Mit einem 7:6, 6:3-Finalsieg über Lois Boisson. Also jene Französin, die jetzt in Roland Garros für Furore sorgt und als WTA-Nummer 361 nach einem 7:6, 6:3-Erfolg über die Weltranglistensechste Mirra Andrejewa bereits im Halbfinale steht. Dort kommt es am Donnerstag zum Duell mit Coco Gauff, die Landsfrau Madison Keys mit 6:7, 6:4, 6:1 bezwang. Das zweite Halbfinale bestreiten die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka und Titelverteidigerin Iga Swiatek.