Sebastian Ofner hat am Montag sein Erstrundenmatch bei den mit 56,35 Mio. dotierten French Open gewonnen. Österreichs derzeit bester Tennisspieler besiegte den Deutschen Jan-Lennard Struff nach 2:31 Stunden mit 7:6(5),6:3,6:7(5),6:2. In der zweiten Runde trifft der 29-jährige Steirer auf den als Nummer 24 gesetzten Russen Karen Chatschanow, den er vergangene Woche im Genf-Viertelfinale in drei Sätzen geschlagen hat.
„Das war ein echt gutes Match“, erklärte Ofner im ServusTV-Interview. Am meisten stolz war er darauf, dass er trotz insgesamt elf Breakbällen gegen sich sein Service nie abgeben musste. „Es war zwar ein-, zweimal ziemlich glücklich, aber ansonsten... Die Returnleistung war auch ganz gut, Struffi hat teilweise zu gut serviert.“
Vergebener Matchball störte Ofners Spielfluss nicht
Mentale Stärke bewies Ofner neuerlich, zumal er den recht einfach zu spielenden Matchball im dritten Satz vergab und so noch in Satz vier musste. „Die Verletzungsphase, die ich zweimal gehabt habe, prägt schon auch mental. Ich habe gesehen, ich muss es mehr wertschätzen, dass ich die Möglichkeit habe, auf dem Niveau zu spielen.“ Darum reagierte er auch an diesem Tag gelassener. „Man kann sagen, oh mein Gott, aber ich habe mir gesagt: ‚okay, ich führe 2:1-Sätze. Ich habe im vierten Satz immer das Gefühl gehabt, dass ich eine Spur besser bin, bin drangeblieben und habe die Chance genützt“, sagte er lächelnd.
Ofner hatte gegen die Nummer 87 im ATP-Ranking alles andere als leichtes Spiel. Schon im ersten Satz musste der Schützling von Wolfgang Thiem nicht weniger als fünf Breakbälle abwehren, ehe er ins Tiebreak kam. In diesem ging es bis zum 5:5 und bei 6:5 nutzte Ofner gleich den ersten Satzball nach 43 Minuten. Im zweiten Satz breakte Ofner früh zum 2:1 und nach nur 71 Minuten in sehr schnell verlaufenen Games erneut zum 6:3.
Struff ließ insgesamt elf Breakchancen aus
Im dritten Durchgang ging es bis ins Tiebreak gut für Ofner, obwohl er wieder vier Breakbälle gegen sich hatte. Struff vergab seine bis dahin im Matchverlauf elfte Chance bei 5:5, mit seinem 18. und 19. Ass stellte Ofner auf 6:5. Und dann hatte er den ersten Matchball, den er hätte verwerten müssen. Ein Passierball aus dem Halfcourt, - Struff hatte sich schon abgewandt -, blieb im Netz hängen. Im anschließenden Tiebreak nutzte Struff hingegen seinen ersten Satzball.
Ofner ließ sich von dem Rückschlag aber nicht entmutigen und schaffte zu Null das Break zum 2:1 im vierten Satz. Der Steirer blieb nun am Drücker, mit einem tollen Return holte er zum 5:2 erneut den Aufschlag Struffs. Den zweiten Matchball nutzte Ofner, der mit insgesamt 22 Assen bilanzierte.
Nun geht es also schon wieder gegen Chatschanow: „Ich weiß, wie tough das wird. Es ist ein bisserl anders zu spielen hier“, verglich Ofner die Bedingungen mit Genf. „Es wird definitiv ein sehr schwieriges Match.“
Misolic eine Runde weiter
Auch der zweite Steirer steht in der zweiten French-Open-Runde. Der 23-jährige Filip Misolic rang am Montag den Chinesen Bu Yunchaokete nach einem harten, von Grundlinienduellen geprägten Schlagabtausch mit 5:7,7:6(3),7:6(4),6:1 nieder. Qualifikant Misolic steht damit wie im Vorjahr wieder in der zweiten Runde des Tennis-Majors in Paris. In dieser trifft er auf Denis Shapovalov (CAN-27).
Misolic startete nicht nach Wunsch ins Match und geriet nach einem Break gleich zum Auftakt mit 2:4 in Rückstand. Der hauptsächlich in Kroatien trainierende Steirer wehrte aber bei 4:5 einen Satzball ab, glich zum 5:5 aus, verlor aber den Satz dann doch 5:7. Im zweiten Durchgang wehrte er bei 5:5 zwei Breakbälle ab und kam ins Tiebreak, das Misolic recht sicher mit 7:3 zum Satzausgleich für sich entschied.
Auch im dritten Satz mussten die Spieler wieder in das „Jeu décisif“, auch weil Misolic bei 5:6 einen Satzball abwehrte. In diesem machte er aus einem 1:3-Rückstand ein 7:4. Satz vier diktierte Misolic dann mit Breaks zum 2:0 und 5:1. Nach 3:34 Stunden servierte der Steirer zu seinem zweiten Major-Sieg aus.