Dass ein 14-jähriger Bursche seine Sportart wechselt, ist nichts Ungewöhnliches. Dass er eineinhalb Jahre später zu den Besten in seiner neuen Disziplin zählt hingegen schon. Laurenz Radl spielte zuerst Handball, doch im vergangenen Jahr folgte der Wechsel in die Leichtathletik, wo er in den Sprintdisziplinen aufzeigt. „Ich habe es damals ausprobiert und gemerkt, dass mir das Laufen einfach mehr liegt“, erklärt der 15-Jährige. Besonders der Wechsel von einer Team- zu einer Einzelsportart kommt ihm entgegen: „Man ist für sich selbst verantwortlich und von niemandem abhängig. Wenn man hinten landet, dann, weil man einfach schlechter als die anderen ist.“
So krönte er sein Jahr mit zwei U16-Staatsmeistertiteln, dazu lief er mit 35,78 Sekunden steirischen Rekord über 300 Meter. Doch das hat auch seinen Preis. „Ich trainiere vier- bis fünfmal in der Woche jeweils zwei Stunden. Dann bleibt neben der Schule nicht mehr viel Zeit für andere Sachen“, erklärt der Sechstklässler des BG/BRG Seebacher. Im kommenden Jahr steht die U18-Europameisterschaft am Programm, dafür will er sich qualifizieren. Und im Hinterkopf schwebt bereits ein ganz großes anderes Ziel: „Die Olympischen Spiele 2032 sollen mit mir stattfinden. Und ich will natürlich auch bei Welt- und Europameisterschaften teilnehmen.“