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Thiem nach Final-Niederlage"Natürlich bin ich enttäuscht, aber zur gleichen Zeit bin ich auch stolz"

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem verlor das Endspiel in London gegen Daniil Medwedew knapp mit 6:4, 6:7, 4:6.

Dominic Thiem musste sich in drei Sätzen geschlagen geben
Dominic Thiem musste sich in drei Sätzen geschlagen geben © AP
 

Auch in seinem zweiten Endspiel bei den prestigeträchtigen ATP Finals in London hat es für Dominic Thiem mit dem Triumph nicht geklappt. Der diesjährige US-Open-Sieger verpasste seinen zweiten ganz großen Titel am Sonntag gegen einen starken Daniil Medwedew. Der Russe besiegte Thiem nach 2:42 Stunden mit 4:6,7:6(2),6:4. Thiem und er selbst hatten im Turnierverlauf die Nummern 1 und 2 der Welt, Novak Djokovic und Rafael Nadal, bezwungen, Medwedew nun auch noch die Nummer 3.

Thiem nimmt 800 ATP-Zähler und 861.000 US-Dollar brutto aus London mit. Er beendet damit seine Saison wie im Vorjahr mit einem großartigen London-Auftritt, aber eben doch mit einer erneuten Final-Niederlage. Der erhoffte erste Masters-Sieg eines Österreichers überhaupt musste damit vertagt werden. Thiem hält nun bei 17 Turniersiegen und 11 Finali auf der Tour. Die Saison 2021 soll mit dem ATP Cup in Australien beginnen, allerdings gibt es wegen der Coronavirus-Pandemie noch Fragezeichen.

Endspiele der ATP Finals seit 2010

2010 London: Federer - Nadal (ESP) 6:3,3:6,6:1
2011 London: Federer - Tsonga (FRA) 6:3,6:7,6:3
2012 London: Djokovic - Federer 7:6,7:5
2013 London: Djokovic - Nadal 6:3,6:4
2014 London: Djokovic - Federer w.o.
2015 London: Djokovic - Federer 6:3,6:4
2016 London: Murray (GBR) - Djokovic 6:3,6:4
2017 London: Dimitrow (BUL) - Goffin (BEL) 7:5,4:6,6:3
2018 London: Zverev (GER) - Djokovic (SRB) 6:4,6:3
2019 London: Tsitsipas (GRE) - THIEM (AUT) 6:7(6),6:2,7:6(4)
2020 London: Medwedew (RUS) - THIEM (AUT) 4:6,7:6(2),6:4

"Natürlich bin ich enttäuscht, aber zur gleichen Zeit bin ich auch stolz auf die Vorstellungen in der ganzen Woche", resümierte Thiem bei der Siegerehrung. "Daniil hat es wirklich verdient, ein tolles Match. Gratuliere - du hattest einen tollen Monat November mit den Titeln in Paris-Bercy und hier. Ich hoffe, dass wir viele weitere Duelle vor uns haben. Es war mir eine Freude heute, auch wenn ich verloren habe", sagte der 27-jährige Niederösterreicher zu dem drei Jahre jüngeren Russen.

Tennis-Masters: Die Höhepunkte aus London

Dominic Thiem hat seinen zweiten ganz großen Titel nach seinem ersten Grand-Slam-Titel bei den US Open bei den ATP Finals verpasst.

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Der Weltranglisten-Dritte, der zuvor die Nummern eins und zwei der Welt, Novak Djokovic und Rafael Nadal, bezwungen hatte, unterlag dem Russen Daniil Medwedew nach 2:42 Stunden mit 6:4,6:7(2),4:6.

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Thiem nimmt 800 ATP-Zähler und 861.000 US-Dollar brutto aus London mit.

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Die besten Bilder des ATP Finals in London.

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Thiem bedankte sich bei seinem Team mit Coach Nicolas Massu, Physio Alex Stober und Manager Herwig Straka, das "ohne Fans sogar noch wichtiger ist". "Wir hatten ein unglaubliches Jahr, ihr habt in all den 'Bubbles' gut auf mich aufgepasst."

Medwedew, der im Vorjahr bei seinem Finals-Debüt noch mit drei Niederlagen gleich ausgeschieden war, ist nun sogar ungeschlagener Champion. Er erhält dafür 1.500 Punkte sowie 1,56 Mio. Dollar. "Was für ein Match, es war einer meiner schönsten Siege", freute sich der coole Medwedew, der noch vor der Siegerehrung auf der Spielerbank mit dem Handy Nachrichten geschrieben hat. "Ich gratuliere dir, Domi für all die Dinge, die du jetzt schon erreicht hast. Dein Name ist schon jetzt in den Geschichtsbüchern des Tennis", streute Medwedew dem Österreicher Rosen.

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Thiems größte Erfolge © APA

Besonders freute es Medwedew, dass er den russischen Kreis am Austragungsort London geschlossen hat. 2009 hatte Nikolaj Dawidenko die erste Auflage in der imposanten O2-Arena gewonnen, Medwedew vor der Übersiedelung nach Turin nun die letzte. "Vielen Dank an Nikolaj Dawidenko, der eine Inspiration für mich und viele andere Kinder war", sagte Medwedew.

Die Partie verlief von Beginn weg hochklassig und war geprägt von langen Grundlinien-Duellen. Schon im zweiten Game musste Thiem zwei Breakbälle abwehren, doch er war es, dem es als Erstem gelang, dem Gegner den Aufschlag abzunehmen. Bei 2:2 führte der Russe schon 40:0, doch Thiem drehte das Game zum ersten und auch schon den Satz entscheidenden Break. Glück hatte er bei seinem ersten Satzball, bei dem Medwedew klar am Drücker war, aber ein Netzroller Thiems den Satz entschied.

Dominic Thiem: Alle Turniersiege von Österreichs bestem Tennisspieler

23.05.2015 - Nizza: Thiems erster internationaler Triumph. Mit 21 Jahren bezwang er in einem hart umkämpften Match den Argentinier Leonardo Mayer in drei Sätzen.

(c) APA/ERIKA TANAKA (ERIKA TANAKA)

26.07.2015 - Umag: Auf den Geschmack gekommen. Mit dem Portugiesen Joao Sousa hat Thiem in zwei Sätzen diesmal leichtes Spiel.

ATP

02.08.2015 - Gstaad: Der dritte Streich. In der Schweiz ließ Theim dem Belgier David Goffin in zwei Sätzen keine Chance.

(c) APA/EPA/PETER SCHNEIDER (PETER SCHNEIDER)

14.02.2016 - Buenos Aires: Neues Jahr neues Glück. Der Spanier Nicolás Almagro lieferte Thiem in drei Sätzen einen harten Kampf, letztendlich durfte der Wiener Neustädter über seinen vierten Titel jubeln.

(c) APA/AFP/EITAN ABRAMOVICH (EITAN ABRAMOVICH)

28.02.2016 - Acapulco: Nur zwei Wochen später gelang Thiem sein erster Coup abseits von Sand. Der Australier Bernard Tomic schaute dabei in drei Sätzen durch die Finger.

(c) APA/AFP/PEDRO PARDO (PEDRO PARDO)

21.05.2016 - Nizza: Der zweite Streich in Nizza, der fünfte auf Sand. Alexander Zverev aus Deutschland musste sich in drei Sätzen geschlagen geben.

ATP

13.06.2016 - Stuttgart: In Stuttgart schrieb Thiem Geschichte und konnte als bislang erster und letzter Österreicher einen ATP-Titel auf Rasen gewinnen. In drei Sätzen vermieste er seinem deutschen Kontrahenten Philipp Kohlschreiber den Heimtriumph.

(c) APA/dpa/Marijan Murat (Marijan Murat)

26.02.2017 - Rio de Janeiro: In Brasilien zeigte Thiem erneut seine Stärke auf Sand und besiegte den Spanier Pablo Carreno Busta in zwei Sätzen. Es sollte sein letzter Titel im Jahr 2017 sein.

(c) AP (Felipe Dana)

18.02.2018 - Buenos Aires: Ein Jahr später war Thiem zurück in Südamerika und konnte zum zweiten Mal in seiner Karriere in Argentiniens Hauptstadt triumphieren. Der Slowene Aljaz Bedene hatte in zwei Sätzen keine Chance.

(c) APA/AFP/ALEJANDRO PAGNI (ALEJANDRO PAGNI)

26.05.2018 - Lyon: In Frankreich gewinnt Thiem am liebsten. In Lyon holte er seinen dritten Titel in der Grande Nation und besiegte dabei ausgerechnet einen Franzosen – Gilles Simon musste sich nach drei Sätzen geschlagen geben.

ATP

23.09.2018 - St. Petersburg: In den Hallen St. Petersburgs gelang dem Österreicher sein zweiter Erfolg auf Hartplatz. Der Slowake Martin Klizan hatte in zwei Sätzen das Nachsehen.

(c) AP (Dmitry Lovetsky)

17.03.2019 - Indian Wells: Thiems wohl größter Triumph! In den USA bezwang der Niederösterreicher die lebende Tennislegende Roger Federer in drei Sätzen und holte somit seinen ersten Masters-Titel.

(c) AP (Mark J. Terrill)

28.04.2019 - Barcelona: Zurück auf Sand ließ Thiem den Russen Daniil Medwedew in zwei Sätzen chancenlos zurück.

(c) APA/AFP/PAU BARRENA (PAU BARRENA)

03.08.2019 - Kitzbühel: Gegen den Spanier Albert Ramos holte er 25-jährig seinen ersten Titel auf österreichischem Boden, zudem seinen zehnten auf Sand. Es war sein 14. Karrieretitel.

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Matthias Hauer)

6.10.2019 - Peking: Der Österreicher holte sich mit einem 3:6, 6:4, 6:1-Erfolg über den Griechen Stefanos Tsitsipas das ATP-500-Turnier von Peking und feierte damit den vierten Sieg in diesem Jahr.

APA/AFP/NOEL CELIS

27.10.2019 - Wien: Mit einem 3:6, 6:4, 6:3-Sieg über den Argentinier Diego Schwartzman holt sich Thiem bei seinem Heimturnier in Wien (ATP 500) den Titel und feierte damit den fünften Sieg in diesem Jahr.

GEPA pictures

13.09.2020 - US Open in New York: Mit einem 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6-Sieg über den Deutschen Alexander Zverev gewinnt Thiem sein erstes Grand-Slam-Turnier und erfüllt sich seinen großen Traum.

(c) AP (Frank Franklin II)
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Im zweiten Satz vergab Thiem zunächst einen Breakball bei 2:2, ehe Medwedew in diesem sehr umkämpften Game den Aufschlag noch durchbrachte. Auch im siebenten Game bei 3:3 hatte Thiem zwei ungenutzte Breakbälle, ehe er selbst erstmals bei 3:4 einen abwehren musste. Danach ging es ohne weitere Möglichkeiten für die Rückschläger ins Tiebreak. In diesem ging Thiem zwar 2:0 in Führung, aber Medwedew startete durch und machte sieben Punkte en suite zum Satzausgleich nach 1:50 Stunden.

Im dritten Game des dritten Durchgangs wehrte Thiem bei 0:40 gleich drei Breakbälle des Weltranglisten-Vierten ab. Ein auch etwas zu fehlerhafter Thiem geriet aber auch im nächsten Servicegame in Schwierigkeiten und wirkte zudem müde und ratlos. "Was soll ich für Punkte spielen?" fragte der Niederösterreicher. Mewedew nutzte dann seinen insgesamt sechsten Breakball in diesem Satz zum 3:2 und erhöhte gleich auf 4:2. Medwedew blieb cool, erhöhte auf 5:3 und nutzte seinen ersten Matchball zum Triumph. Er hat bei diesem Turnier die Nummern 1 bis 3 geschlagen.

Melzer verpasst Doppel-Titel

Jürgen Melzer und sein französischer Partner Edouard Roger-Vasselin haben das Endspiel bei den mit 5,7 Mio. Dollar dotierten ATP Finals in London verloren. Die Überraschungs-Finalisten verloren gegen die niederländisch-kroatische Paarung Wesley Koolhof/Nikola Mektic mit 2:6,6:3,5:10. Damit wurde es nichts aus dem ersten Doppel-Triumph beim Masters für einen Österreicher. 2007 hatte auch Julian Knowle (damals mit Simon Aspelin/SWE) das Endspiel erreicht.

Melzer hängt Ende Jänner nach den Australian Open seinen Schläger fast ganz an den Nagel, spielt vielleicht noch bei den French Open und in Wimbledon ein Genussprojekt. Schwieriger aufzuhören ist es für ihn aber trotz seiner nach wie vor guten Form nicht. "Ich habe gewusst, dass ich noch ein Jahr spielen kann. Für mich hat einfach die Chance, diesen Job zu machen überwogen und deshalb - no regrets."

Die ÖTV-Funktion als Sportdirektor anzunehmen war letztlich auch eine Entscheidung für seine Familie. Der Vater eines Sohnes, der mit Ex-Schwimmstar Fabienne Melzer-Nadarajah verheiratet ist, freut sich auf viel Zeit zu Hause. Für ein ambitioniertes Profijahr müsse man 30 Wochen im Jahr unterwegs sein. "Ich werde 40 nächstes Jahr, irgendwann ist es dann auch gut gewesen, ich mache das seit 21 Jahren."

Kommentare (6)
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Sashoma
18
2
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3 GS Finale

und 2 Masters Finale verloan
1 GS gwungan
Vielleicht kann er daran arbeiten

ck66
1
11
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Schade

Aber der heute Bessere hat verdient gewonnen

GustavoGans
2
6
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Bis zur Hälfte

war Thiem besser. Danach hat es sich selbst geschlagen.

ck66
0
1
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aha

und er andere hat nichts gemacht

mafoX
1
10
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Thiem kann sich zum König machen....

Medvedev hat sich zum "König" gemacht. Die Nummer eins, zwei und drei geschlagen!!

Landbomeranze
2
18
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Thiem hat leider etwas zu viel slice

und zu wenig Rückhand longline, seinen Paradeschlag gespielt. Aber hinterher ist man leicht gescheiter:-). Trotzdem super Leistung. Gratulation.