Darts-Ass Mensur Suljovic aus Wien bekommt es am Samstagabend (ab 22.00 Uhr MEZ/live Sport 1 und DAZN) in seiner WM-Auftaktpartie in London mit der Engländerin Fallon Sherrock zu tun. "Es ist komplett anders, ein anderes Gefühl, du traust dich nicht so richtig rein", hatte der 47-Jährige bereits vor WM-Beginn in einem DAZN-Interview zu einem möglichen Duell mit einer Frau gemeint.

"Aber eigentlich hat sie genauso wie wir drei Darts", betonte Suljovic auch, dass es eigentlich keinen Grund gebe, anders als sonst in die Partie zu gehen. "Sie trainiert vielleicht mehr als wir (Männer, Anm.). (...) Man muss wirklich voll fokussiert und konzentriert gegen sie spielen, sonst verliert man hundertprozentig. Das Publikum steht zu hundert Prozent auf ihrer Seite. Und bei der WM spielt das Publikum eine große Rolle, wirklich", weiß Suljovic, dass er auch gegen die 3000 lautstarken Fans im Alexandra Palace antreten muss.

Premierensieg

Dies kann Ted Evetts nur bestätigen. Der 22-jährige Engländer unterlag in der ersten WM-Runde am Dienstabend 2:3 gegen seine Landsfrau Sherrock, die aktuell die Nummer zwei der Damen-Weltrangliste ist. Mit dem Premierensieg einer Dame bei der Männer-WM schrieb die 25-Jährige Sportgeschichte und machte damit auch ihren eigenen Sohn Rory stolz. "Er war sehr glücklich, dass er mich im Fernsehen gesehen hat. Und er war sehr glücklich, dass ich gewonnen habe", erzählte Sherrock am Mittwochabend bei einer extra einberufenen Pressekonferenz am WM-Schauplatz "Ally Pally". Der Fünfjährige, der nach Angaben der Mutter normalerweise früh schlafen geht, durfte ausnahmsweise länger aufbleiben, um seine Mama live bei der Darts-WM anzuschauen.

Sherrock fieberte bereits ihrer Zweitrundenpartie gegen Suljovic, der als Nummer elf der Weltrangliste zum Auftakt ein Freilos hatte, entgegen: "Ich hoffe, das ist der entscheidende Moment für uns Frauen. Ich hoffe, wir kriegen jetzt noch mehr Aufmerksamkeit." Der Weltverband PDC (Professional Darts Corporation) ließ nach dem positiven Echo auf den historischen Sieg von Sherrock zunächst offen, ob er möglicherweise die zwei fixen Quali-Plätze der Frauen in Zukunft aufstocken werde.