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Leichtathletin Djeneba Toure"Wenn Fans Affenlaute nachahmen, fehlen mir echt die Worte"

Die Grazer Leichtathletin Djeneba Touré (24) über Rassismus im Sport, die zu oft unterschätzte Macht des Wortes und darüber, wie Solidarität ihr Kraft gibt.

Djeneba Touré
Djeneba Touré © Alexander Danner
 

In der Leichtathletikhalle des Allgemeinen Turnvereins Graz (ATG) in der Kastellfeldgasse steht für Djeneba Touré (24) heute nicht Sport auf dem Programm. Normalerweise verbringt die Diskuswerferin hier täglich bis zu vier Stunden, um zu trainieren. Diesmal legen wir die Utensilien allerdings beiseite und stellen zwei Bänke auf den Mittelkreis, um zu reden. Einfach nur zum Plaudern, der Sport bleibt Statist.

Kommentare (5)

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homerjsimpson
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Mit Affenlauten gegenüber Menschen zeigt man nur eines:

Dass man selbst ein Voll.... ist. Tragisch, dass so viele Leute das (und Ähnliches) immer noch ertragen müssen weil so viele Leute zu dumm sind oder nie was dazugelernt haben und somit nur primitiv sind.

mobile49
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sie haben anscheinend nur diese kommunikation

auf lager.
ähnlich der gestammelten und radebrechenden kommunikation, die viele österreicher gegenüber ausländern zeigen.
ich wurde von vielen meiner ausländischen freunde gefragt, ob es so viele einheimische bei uns gibt, die nicht richtig reden können. ob unsere schulbildung so schwach sei !?
beispiel : "du haben geld? du sein neu? du wollen kaufen? du müssen da drücken!
und und und

Morioka
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Lachen Sie ...

In einer Facharztpraxis durfte ich folgende Szene erleben. Ein Mann betritt das Wartezimmer und wendet sich an die Sprechstundenhilfe. Er sprach kein Deutsch und sie verstand seine Sprache nicht. Sie versuchte zu erfahren, was er wollte, er antwortete. Je länger sich dieser Dialog hinzog, desto lauter ist die Sprechstundenhilfe geworden, bis sie den inzwischen schon verwirrten Mann angeschrien hat. [Nicht mal böse! Einfach nur geschrien] Am Ende fand sich doch Jemand der übersetzen konnte.

Die muss wohl den blöden Witz gehört haben: Wenn man sich mit 'denen' Unterhalten will, muss man nur schreien, dann verstehn sie es ...'

Die Sache, die Sie erwähnten, trifft man Allüberall an. Da beherrscht jemand eine bestimmte Begrüssung, sagt: Bonjou oder Bonswa! oder bekommt eine Frage gestellt, so langsam gesprochen und so deutlich betont, dass man sich denken könnte: Halten die mich für dumm oder für ein Kind, können die nicht in normaler Geschwindigkeit reden? Und dann, egal wie radebrechend die antwort in der Zielsprache sein mag, die Reaktion: 'Beeindruckend! Du beherrscht unsere Sprache aber Gut!' ... Das ist in den meisten Fällen nett gemeint, kann ja Niemand wissen, wie gut oder schlecht man eine Sprache beherrscht.

Morioka
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...

In Japan bekommen Ausländer zu hören: 日本語は上手ですね Nihongo ha jouzu desu ne: Du kannst aber gut Japanisch! In England: 'Your English is very good ...', und auf Deutsch eben: 'Du kannst aber gut Deutsch!'

Worauf es ankommt, und wenn man auf der Anderen Seite steht, ist, dass man den Willen zeigt - egal wie mies man die Sprache beherrschen mag. Es bringt die Menschen einander näher. Ausserdem, jede Sprache die man beherrscht, ist ein Schlüssel, der einen Teil der Welt eröffnet. Desto mehr man beherrscht, die es ermöglicht, etwas über die Menschen zu lernen, in ihr Denken und Verhalten einzudringen, um sie zu verstehen, desto besser findet man sich zurecht.

Irgendwann hören die Komplimente auf, wenn man die Sprache erst Gut genug beherrscht, und die Menschen dich kennen. Inzwischen muss man sich damit abfinden, wie ein trotteliges Kleinkind angesprochen zu werden, weil es ja nicht auf der Stirn tätowiert steht: ICH BEHERRSCHE DIE SPRACHE AUF NATIVE LEVEL! 😹

Morioka
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Starren ... Strassenseite wechseln

Manche haben wohl immer noch keine Afrikaner auf der Strasse gesehn. Konsequenz? Sie starren ... Naja, immerhin besser, als ein recht deutliches Signal der Ablehnung zu zeigen, welches man mit etwas Aufmerksamkeit im Alltag angelegentlich beobachten kann.

Szene, eine beliebige, aber belebte Strasse. Entlang des Wegs ein/e Afrikaner/in, vorm Schaufenster, wartend.

Spaziergänger kommt, ist noch weit entfernt, von dieser/em Anderen. Weit genug, um noch rechzeitig die Strasse zu queren, ob mit oder ohne Zebrastreifen, ganz egal. Hauptsache dieser oder jenem nicht zu nah kommen, nicht begegnen, ignorieren, flüchten.

Es kann entweder ein deutliches Zeichen für direkte Ablehnung sein, oder in wenigen Fällen aus einem eher menschlich verständlichem Grund, Scham oder Angst, der Person die so anders aussieht zu begebnen. Das können aber nur die Wissen, die Starren, die Strassenseite wechseln, usw. Die aber, schweigen, man wird es nicht erfahren. Fatal für die Betroffenen, weil sie sich abgelehnt fühlen, und denen dadurch der schönste Tag ruiniert werden kann.

Ist nicht schön, aber doch noch besser, als angegriffen und beleidigt zu werden. [Um das Gute im Schlechten zu sehen].