USA gegen EuropaIm Ryder Cup fühlt sich Europa in der Außenseiterrolle wohl

Bernd Wiesberger ist zum Auftakt des Duells am Freitag noch nicht mit dabei. Debüt sollte im zweiten Teil des Eröffnungstages erfolgen. USA auf dem Papier Favorit.

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Bernd Wiesberger, der vor seinem ersten Einsatz im europäischen Ryder Cup-Team steht, bei einer Proberunde © GEPA pictures
 

Der Startschuss zum 43. Ryder Cup erfolgt heute in Whistling Straits in Kohler in Wisconsin. Wie fast immer in der Geschichte des Golf-Duells zwischen den USA und Europa gelten die Amerikaner der Papierform nach als klare Favoriten. Ein Blick auf die aktuelle Weltrangliste spiegelt es klar wider, da neun US-Spieler unter den Top elf platziert sind. Nur Jon Rahm (ESP) als aktuelle Nummer eins kann hier mithalten, mit Viktor Hovland (14, NOR) und Rory McIlroy (15, NIR) folgen erst die nächsten Europäer.

Beim Ryder Cup herrschen aber andere Gesetze, diese beherrschen die Europäer in den letzten 25 Jahren klar besser, feierten seither in zwölf Duellen neun Siege. Der Hauptgrund dieser Überlegenheit ist ein simpler. Schaffen es die europäischen Captains stets, aus zwölf Individualisten ein Team zu formen, so ist es bei den US-Amerikanern ein verzweifeltes Bemühen, einen Teamspirit heraufzubeschwören. Seit Tiger Woods 1997 sein Ryder-Cup-Debüt gegeben hat, gibt es in der US-Mannschaft stets Spieler, die Extrawünsche äußern und auch erfüllt bekommen. Das ist Gift für jegliches Teamgefüge, aber manche Multimillionäre können sich nur schwer unterordnen.

164 Spieler

Bei den Europäern wird alles unternommen, um eine Einheit zu werden. Ab der ersten Zusammenkunft werden alle Aktivitäten gemeinsam unternommen, Ausnahmen gibt es nicht. „Alle sind begeistert“, sagt Bernd Wiesberger. „Es gibt einen individuellen Aspekt in diesem Spiel, den wir haben, aber diese Woche kommen wir als Zwölferteam zusammen. Jeder hat seine Nummer, und niemand kann sie ihm wegnehmen.“ Der Österreicher ist erst der 164. Spieler, der für das europäische Team spielen darf. Captain Padraig Harrington appelliert an die Ehre der Spieler. „580 Menschen sind ins All geflogen, 5870 haben den Mount Everest erklommen oder 225 Spieler haben ein Major-Turnier gewonnen“, sagte der Ire.

Wiesberger vorerst noch nicht nominiert

Mit Spannung wird erwartet, wie oft Harrington Wiesberger an den ersten beiden Tagen zum Einsatz bringt. Zwar ist er ein Rookie, aber kein Spieler hat seit 2013 mehr Turniere (acht) auf der European Tour gewonnen als der Burgenländer. Bei den ersten vier Doppeln ist der Österreicher noch nicht mit von der Partie.  Harrington nominierte für die ab 14.05 Uhr MESZ gespielten Foursome-Begegnungen die Duos Jon Rahm/Sergio Garcia, Paul Casey/Viktor Hovland, Lee Westwood/Matt Fitzpatrick und Rory McIlroy/Ian Poulter. Ab 19.10 Uhr MESZ finden weitere vier Begegnungen im Bestball statt, die Spieler stehen noch nicht fest. "Alle unsere zwölf Spieler wollen Europa stolz machen", sagte Harrington bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstagabend (Ortszeit).

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