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Heim-EMÖHB-Männer peilen mit Fans im Rücken den Aufstieg an

Die scheinbar harmlose Vorrundengruppe B hat ihre Tücken.

© APA (Archiv)
 

Für Österreichs Handball-Männer ist die gemeinsam mit Norwegen und Schweden ausgetragene Heim-EM die große Chance: Die ideale Möglichkeit, sich nach den enttäuschenden Auftritten bei der EM 2018 und WM 2019 mit dem Publikum im Rücken in eine Art Rausch zu spielen, der Erinnerungen an den die Heim-EM 2010 wach werden lässt. Doch die scheinbar harmlose Vorrundengruppe B hat ihre Tücken.

Tschechien zum Auftakt am Freitag (18.15 Uhr/live ORF 1), am Sonntag die Ukraine, am kommenden Dienstag schließlich Nordmazedonien - der große "Kracher" in der Österreich-Gruppe fehlt ganz offensichtlich. Die Chancen, auf Platz eins oder zwei zu landen und damit den Aufstieg in die Hauptrunde der besten Zwölf zu schaffen, scheinen gut. Von einer "g'mahten Wiesen" ist freilich keine Rede. Denn die Kontrahenten haben zwar allesamt keine Medaillen bei Großereignissen geholt und verfügen auch nicht über große Stars. Die Leistungsniveaus aller vier Teams sind aber recht vergleichbar.

"Gefährliche Gruppe"

"Es ist eine sehr gefährliche, weil sehr ausgeglichene Gruppe. Jeder kann jeden schlagen", sagte Robert Weber. Gemeinsam mit Goalie Thomas Bauer ist der 34-jährige Flügelspieler nur noch einer von zwei Akteuren, die bereits 2010 mit an Bord waren. Damals erreichte man mit Platz neun das beste österreichische Resultat bei einer Endrunde der Handball-Neuzeit.

Ähnliches visiert die ÖHB-Auswahl auch diesmal an. Eine Ausrede dürfe die Ausgeglichenheit ohnehin nicht sein. "Wir haben das Publikum im Rücken. Die Gruppe ist machbar, und das muss es auch sein", betonte Weber, einer von acht Legionären im Kader.

Bewährungsprobe

Für Teamchef Ales Pajovic wird die Heim-EM die erste echte Bewährungsprobe. Der einstige slowenische Weltklassespieler tritt in die Fußstapfen des Isländers Patrekur Johannesson, dessen rund siebenjährige Ära nach der EM 2018 (Platz 15) und der EM 2019 (19) mit Enttäuschungen endete. Bei den jüngsten beiden Endrunden zeigte sich auch, dass der Umbruch nach dem Karriereende von Viktor Szilagyi und Co. bisher noch nicht als richtig gelungen bezeichnet werden kann.

Pajovic ist sich der Lage bewusst. "Wir können alles gewinnen, aber auch alles verlieren", sagte der 41-Jährige angesichts der Vorrundenduelle. Daran, dass das Ziel aber "ganz klar der Aufstieg" ist, ließ auch Pajovic keinen Zweifel aufkommen. Er kann sich dabei auf eine wieder um ein Jahr gereifte Mannschaft stützen, die mit Rückraumstratege Nikola Bilyk über einen herausragenden Akteur verfügt. Der Legionär in Diensten des deutschen Rekordmeisters THW Kiel ist mit 23 Jahren zwar noch jung, wächst aber immer besser in die Führungsrolle hinein.

Wichtiger Faktor: Die Fans

Ein wichtiger Faktor sollen aus österreichischer Sicht auch die Fans werden. In der Wiener Stadthalle hofft der heimische Verband (ÖHB) an allen drei Spieltagen auf 10.000 Zuschauer - also ein ausverkauftes Haus. Schaffen Bilyk und Co. den Aufstieg, würde man in der altehrwürdigen Arena bleiben und es in der Hauptrunde voraussichtlich mit u.a. Deutschland, Spanien und Kroatien zu tun bekommen. Am mangelnden Fan-Zuspruch sollte es spätestens dann nicht mehr liegen.

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