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Handball-WM"Chile hat uns vorgeführt. Peinlich."

Österreichs Flügelspieler Robert Weber findet deutliche Worte nach der 24:32-Pleite gegen Chile.

Robert Weber © GEPA pictures
 

Einen Tag nach dem 100. Länderspiel von Trainer Patrekur Johannesson (29:22 über Saudi-Arabien) feierte Alexander Hermann in Herning seinen "50er". Die Chilenen hatten sich vor der Partie als Favorit ausgerufen und sogar von einem "Pflichtsieg" über Rot-Weiß-Rot gesprochen und sollten letztlich damit recht haben.

Österreich spielte über weite Strecken im Angriff mit wenig Selbstvertrauen und ohne die letzte Konsequenz und begann viele technische Fehler. In der Verteidigung fanden die kleineren Chilenen immer wieder Wege durch die löchrige 6:0-Deckung und so war die sportliche Katastrophe vorprogrammiert. Mit dem 24:32 ist die Tür zur Hauptrunde freilich noch nicht ganz geschlossen. Doch dazu braucht es in den verbleibenden drei Spielen gegen Norwegen, Dänemark und Tunesien Punkte und auch Schützenhilfe.

Chile präsentierte sich wendig und schnell, Österreich brauchte ein Zeiterl, um überhaupt in die Spur zu finden. Lange wirkte die ÖHB-Auswahl systemlos. Die Partie wurde wesentlich schneller geführt als noch das Auftaktspiel gegen die Saudis und im Eins gegen Eins hatten die Chilenen zu Beginn klare Vorteile. Vor allem Regisseur Emil Feuchtmann bekamen Nikola Bilyk und Co. nicht wirklich in Griff. Dass Österreich nicht in großen Rückstand geriet, lag vor allem an Einzelleistungen und nach 25 Minuten brachte Johannesson mit Nikola Marinovic auch den zweiten Keeper – Kristian Pilipovic hatte keinen Sterntag. Dominik Schmid und Boris Zivkovic brachten Ideen und Stabilität in den Angriff und die Aufbaureihe.  Die letzten Minuten der ersten Halbzeit brachten den Österreichern sogar noch die Führung ein, denn Kapitän Bilyk traf über das halbe Feld in hohem Bogen ins leere Tor. Mit 15:14 ging es in die Kabine - nach einem 4:0-Lauf.

Die Pause nahm den Österreichern aber wieder den Lauf. Symptomatisch: In einer doppelten Überzahl von gut einer Minute kassierten sie ein Tor nach einem Konter und trafen selbst nur ein Mal. Es war eine Kopie der des Spielbeginns - Marinovic hielt allerdings den Rückstand in Grenzen. Kurios: In der 38. Minute griff die Video-Schiedsrichterin ein. Sie entdeckte einen inkorrekten Spielerwechsel von Raul Santos - zwei Minuten gegen Österreich.

Eine knifflige Phase, denn die Chilenen holten sich Selbstvertrauen und einen Fünf-Tore-Vorsprung. Diese Phase war eine der schlechtesten einer ÖHB-Auswahl in den vergangenen Jahren. Österreich wurde vorgeführt und konnte sich aus dem Elend auch nicht mehr befreien. Irgendwann ging dann vorne und hinten nichts mehr.

Österreichs Flügelspieler Robert Weber sagte nach dem Spiel: "Chile hat uns vorgeführt. Das war keine Werbung für den österreichischen Handball. Peinlich. Was wollen wir hier? Wenn du Chile nicht schlagen kannst ... keine Worte."

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