Ohne große Ambitionen und Übernachtungsgepäck sind die Grazer zum Cup Final Four gereist. Übernachtet haben die Grazer trotzdem in Oberwart. „Das haben wir genutzt. Bisher haben wir in der Vereinshistorie eh meistens heimfahren müssen“, beweist Obmann Michael Fuchs nach dem Finale Galgenhumor. Im Finale schaute es nämlich mehr als zwei Viertel so aus, als würden die Grazer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit Übergepäck – also einem Pokal – nach Hause reisen. Aber Gmundens Toni Blazan fing nach der Pause an, die „Dreier“ zu treffen und machte mit fünf Körben von außen letztlich den Unterschied aus. „Die Standpauke des Trainers hat geholfen“, sagt Blazan. 73:67 (32:36) setzten sich die Oberösterreicher in Oberwart durch. „In der ersten Hälfte haben wir das Tempo von Graz gespielt, in der zweiten dann das Tempo von uns“, sagt Blazan nach dem ersten Cup-Titel der Gmundner nach elf Jahren.

Gmunden jubelte
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Beim UBSC war Zackery Deshon Cooks mit 26 Punkten am treffsichersten. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir waren sehr nah dran“, sagte UBSC-Trainer Ervin Drag(s)i(c). Und auch Fuchs gratuliert seiner Mannschaft. Und klagt doch über fahlen Beigeschmack. In einigen Situationen fühlten sich die Grazer vom Schiedsrichterteam ungerecht beurteilt. „Fouls an uns wurden nicht gepfiffen, von uns aber jede Kleinigkeit“, sagt Fuchs. „Es waren am Ende nur sechs Punkte Unterschied. Wir hätten das Spiel trotz der guten Würfe der Gmundner gewinnen können.“

Für Fuchs und Lukas Simoner ist klar: Den Schwung vom Cup-Finalwochenende gilt es nun in die Liga mitzunehmen. „Wir haben als Mannschaft super gespielt. Das war der große Unterschied zu den letzten Spielen in der Liga“, sagte Simoner. Die Grazer sind mit vier Niederlagen in Serie angereist. „Ich hoffe, die Mannschaft hat verstanden, wozu sie imstande ist“, sagt Fuchs. „Zwei Topleistungen gegen Topmannschaften. Das gibt Mut.“

UBI geht gegen Klosterneuburg unter

Ganz und gar nicht mutig ging UBI Graz gegen Klosterneuburg im Cupfinale unter. Bereits nach drei Minuten war das Endspiel entscheiden, Klosterneuburg führte 13:0. Die Grazerinnen um Camilla Neumann kamen nie ins Spiel, mussten sich am Ende 45:97 beugen. „Wir wollten uns auf uns konzentrieren und am Ende zufrieden sein. Das können wir nicht“, sagt Neumann, die die Physis der Gegnerinnen als größten Unterschied ausmacht. „Wir müssen uns jetzt finden und überlegen, wie wir ihnen in der Liga ein Bein stellen können.“

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Freilich war auch Trainerin Tanja Kuzmanovic unzufrieden: „Wir hatten eindeutig zu viel Respekt und uns deutlich unter unserem Wert verkauft. Ich habe meine Spielerinnen teilweise nicht wiedererkannt.“ Für Klosterneuburg – mit der Steirerin Michaela Wildbacher – war es der fünfte Cuptitel in Folge. Und auch in der Liga ist Klosterneuburg unbezwungen in Führung – vor UBI Graz und UBSC DDBC Graz.