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Welt-Anti-Doping-Konferenz IOC-Präsident Bach: "Betrüger sollen sich nie sicher fühlen!"

In Kattowitz tagte die Welt-Anti-Doping-Agentur. Und der neue WADA-Präsident Witold Banka wie auch IOC-Präsident Thomas Bach versprechen Dopingsündern schwere Zeiten: Das Budget wird erhöht, die Tests um einen Gen-Test erweitert.

Thomas Bach
IOC-Präsident Thomas Bach stellt ein Extra-Budget für den Kampf gegen Doping zur Verfügung. © AP
 

Es tut sich was im Kampf gegen Doping - zumindest dann, wenn den großen Worten, die die Verantwortlichen bei der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kattowitz auch Taten folgen lassen. Denn nach diesen Worten brechen schwere Zeiten für Dopingsünder an. "Die Zukunft des Kampfes gegen Doping beginnt heute", verkündete der designierte WADA-Präsident Witold Banka am Dienstag auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kattowitz selbstbewusst. Flankierend avisierte IOC-Präsident Thomas Bach, zehn Millionen Dollar für einen Aktionsplan bereitzustellen.

Außerdem soll bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ein Gen-Test eingeführt werden. "Diese neue Methode wird die Abschreckung erhöhen. Wir wollen, dass sich die Betrüger niemals sicher fühlen, zu jeder Zeit und überall", sagte Bach, der deutsche Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der Gen-Test könnte einen Blutdoping-Nachweis Wochen oder gar Monate nach der EPO-Einnahme möglich machen. Das IOC will die Gen-Methode auch anwenden, wenn diese von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) noch nicht bis zu den Tokio-Spielen anerkannt ist. Die Proben werden für spätere Nachtests zunächst eingefroren.

Umfangreichere und mehr Proben

Das IOC will die Hälfte der zehn Millionen Dollar für eine umfangreichere Einlagerung vor und während der Olympischen Spiele ausgeben. Bei Nachtests der Proben der Sommerspiele von Peking 2008 und London 2012 waren rund 120 Proben positiv.

Bach will aber nicht nur mehr Geld investieren, sondern auf der politischen Ebene erreichen, dass in Dopingfälle verstrickte Betreuer und Ärzte nicht nur gesperrt, sondern auch strafrechtlich belangt werden. "Wir wollen die Regierungen ermutigen, nach wirksamen Wegen innerhalb ihrer jeweiligen nationalen Rechtssysteme zu suchen, um Menschen, die Teil des Umfelds sind, streng zu bestrafen", sagte er. "Ein in einen Dopingfall verwickelter Arzt sollte nicht nur die Akkreditierung für Sportveranstaltungen verlieren."

Der künftige WADA-Präsident quittierte die Ankündigungen von Bach erfreut, er will aber viel mehr Geld - auch von Regierungen, Unternehmen oder Sportsponsoren. "Es ist lächerlich, dass eine Organisation mit dem Status einer globalen Regulierungsbehörde ein Budget von weniger als 40 Millionen US-Dollar hat", kritisierte der erst 35-jährige Ex-Leichtathlet Banka, der am 1. Jänner Nachfolger von Craig Reedie wird. "Ein durchschnittlicher Fußballverein hat ein größeres Budget."

Hartes Vorgehen gegen Länder

Zugleich kündigte er an, härter gegen Länder vorgehen zu wollen, die gegen die WADA-Regeln verstoßen und auch die neuen Möglichkeiten der Bestrafung bis hin zum Olympia-Ausschluss zu nutzen. "Die WADA sollte häufiger Strafen verhängen, nicht nur mit dem Finger drohen", betonte Banka. Ob auch er nach dieser Maxime handeln wird, dürfte sich in dem auch fünf Jahre nach Aufdeckung nicht abgeschlossenen russischen Staatsdoping-Fall erweisen. Das Land ist dem Verdacht der Manipulation von Doping-Daten, die der WADA übergeben wurden und möglicherweise Vergehen vertuschen soll, ausgesetzt.

Für den für sein Handeln in der Russland-Causa in die Kritik geratene scheidende Präsident Reedie war es der "schlimmste Fall eines Systemversagens in der Geschichte der Anti-Doping-Bewegung". Aber der Schotte verteidigte noch einmal die Entscheidung, die Sperre der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA im September 2018 aufgehoben zu haben, obwohl nicht alle Bedingungen erfüllt waren: "Es war eine Pattsituation zwischen WADA und Russland. Es war keine Option, sie gesperrt zu lassen." Eine mögliche erneute RUSADA-Sperre wegen Daten-Fälschung könnte nun eine seiner letzten Amtshandlungen werden.

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