Formel-1-GP in Le CastelletMax Verstappen siegt dank Geniestreich

Zwei Runden vor Schluss ging Max Verstappen an Lewis Hamilton vorbei. Eine Triumphfahrt für den Niederländer und Red Bull Racing. Beste Werbung für die beiden Rennen in Spielberg.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Verstappen gewinnt © AFP
 

Es war eine ziemliche Überraschung, dass Max Verstappen ausgerechnet in Paul Ricard die Pole-Position für den Frankreich-GP (Liveticker zum Nachlesen) geholt hat. Red Bull Racing hat es aber mit einer flacheren Flügeleinstellung probiert, die zwar weniger Abtrieb in den Kurven generiert, dafür aber für einen besseren Topspeed auf den Geraden sorgt. Und weil der Anpressdruck in den Kurven dennoch gut genug war, konnte Verstappen, auch mit einem nun den Regeln angepassten "Flexi-Wing", die favorisierten Mercedes in Schach halten.

Abtrieb schien er aber schon in Kurve eins zu wenig gehabt zu haben. Auch der zunehmende Wind von hinten war nicht förderlich. Er rutschte prompt hinaus, kurvte irgendwie wieder zurück ins Feld, freilich hinter Lewis Hamilton. Das Problem: genau in dieser Kurve gibt es eine exakte Regel, wie man zurück auf die Strecke fahren muss. Von Seiten der Rennleitung gab es aber keinerlei Sanktionen.

Das Hauptproblem trat nach acht, neun Runden auf. Als schon Lewis Hamilton in die Box funkte, dass er befürchte, die Reifen könnten weniger lange halte als man berechnet habe. So kann man gespannt auf die weiteren Strategien sein.

Damit sollte eine Einstopp-Strategie gar nicht mehr möglich sein. Als erster wechselte schon in Runde 15 Charles Leclerc seine Reifen. Der Monegasse ist damit auf Rang 17 zurückgefallen. Bottas folgte schon in Runde 18. Und wie die Reifen abbauen, zeigt der Gummiabrieb abseits der Ideallinie.

Schon in Runde 19 kam Verstappen an die Box, eine Runde später Hamilton. Und da reichte es dem Niederländer, mit dem "under cut" die Führung zurückzuerobern. Aber das Reifenmanagement wird das Rennen weiter mitentscheiden.

Weil Verstappen auch schon bald funkte: "Mit diesem Tempo können wir nicht bis zu Schluss fahren." Da zog Red Bull den zweiten Stopp vor, holte sich in Runde 33 noch einmal den Medium, für 20 Runden. Verstappen drehte dann eine schnelle Runde nach der anderen. Und rückt immer näher.

Zwei Runden vor Schluss war es dann soweit. Mit Hilfe von DRS zog Verstappen an Hamilton vorbei und baut die WM-Führung aus. Und jetzt kommt der Doppel-Header in Spielberg.

 

 

Kommentare (6)
lamagra
6
63
Lesenswert?

Sehr erfreulich, dass die monotone Vorherschafft von Mercedes gebrochen wurde!

Noch schöner zu sehen dass RedBull diejenigen sind, die dem überlegenden Fahrzeug der letzten Jahre endlich die Stirn bieten kann.
Was noch sehr schön war, war der Beweis. dass der Wechsel von Vettel, von Ferrari zu AstonMartin NICHT falsch war!
Wieder beide, Vettel und Stroll vor den Ferraris!
Und man sieht auch, dass alle anderen erfahrenen Wechselfahrer (Alonso, Riccardo) in ihren Autos angekommen sind.

scionescio
37
6
Lesenswert?

@lamagra: noch schöner wäre es gewesen, wenn die anderen Rennställe aus eigener Kraft zu Mercedes aufgeschlossen hätten…

… so hat es einen ziemlich schalen Beigeschmack, weil die FiA den technischen Vorsprung durch willkürliche Regeländerungen (Verbot Partymode, Verbot DAS, Motorfreeze, Gestaltung Unterboden….) egalisierst hat und größte Nachsicht bei Schummeleien (Flexiwing, niedriger Luftdruck ) walten ließ - Max wurde auch trotz klarer Regel, wo er nach seinem Ausrutscher wieder auf die Strecke darf, nicht bestraft … aber lange wird das Lewis und Mercedes nicht auf sich sitzen lassen.

SagServus
0
4
Lesenswert?

...

Das Verbot des Partymode ist eigentlich eher eine Präszisierung für das Verbot, dass man mit dem Motorsetup im Qualifying auch im Rennen starten muss.

Eine Regelung die man im übrigen damals eingeführt hat um RB auszubremsen.

Verbot DAS: Die FIA hat das DAS eigentlich schon verboten gehabt, da hat Mercedes noch keine einzige Runde damit gedreht (das Verbot für 2021 stand bereits im Regelentwurf 10/19 drinnen, erstmals der Öffentlichkeit bekannt wurde das System bei den Testfahrten 03/20 in Barcelona). So gesehen habens das System also noch 1 Jahr benutzen dürfen obwohl klar war, dass es ab 2021 verboten sein wird.

Und der Motorfreeze ist halt ein zweischneidiges Schwert. Denn mit dem Freeze ist letzte Saison gleich einmal der stärkste Konkurrenten aus den vorherigen Saisonen abhanden gekommen, nämlich Ferrari.

fon2024
0
9
Lesenswert?

Andaman

scionescio die armen Mercedes autos schon wieder nicht gewonnen.

lamagra
2
15
Lesenswert?

Ach die böse FIA...

...hat den schönen Wissensvorsprung von Mercedes zunichte gemacht.
DAS aber gerade die FIA, vor allem unter Einfluss durch Niki sich vor 7 Jahren für das System von Mercedes entschieden hat und damit Mercedes einen immensen Wissensvorsprung beschert hat, war natürlich KEIN Vorteil, oder wie?

hornet0605
1
42
Lesenswert?

Besser kann man es nicht zusammenfassen!

Freu mich auf die beiden Heim-GP!