Eisschnelllauf-WC-AuftaktHerzog knallt wieder Hammerzeiten aufs Eis

Für Österreichs Sportlerin des Jahres 2019, Vanessa Herzog, beginnt in Weißrussland der Weltcup zur neuen Eisschnelllauf-Saison.

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Gute Laune vor dem Weltcup-Auftakt: Vanessa Herzog mit ihren Reggeborgh-Teamkolleginnen Michele de Jong (Mitte) und Jutta Leerdam (re.)
Gute Laune vor dem Weltcup-Auftakt: Vanessa Herzog mit ihren Reggeborgh-Teamkolleginnen Michele de Jong (Mitte) und Jutta Leerdam (re.) © GEPA, KK/Privat
 

Turbulent, atemberaubend, ungewohnt, wunderschön, aber ein wenig unheimlich. So beschreibt Eisschnellläuferin Vanessa Herzog die Zeit, nach dem sie zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2019 gekürt wurde. „Ich genieße die Aufmerksamkeit. Allein am Flughafen, als wir nach Minsk geflogen sind, fragten mich mehrere Leute nach Selfies und Autogrammen. Das macht total Spaß“, erzählt die Wahl-Kärntnerin, für die ab sofort wieder der Ernst des Lebens beginnt.

Am Wochenende geht der Weltcup-Auftakt in Weißrussland in Szene und wenn man Trainer und Ehemann Tom Glauben schenkt, ist die 24-Jährige „verdammt schnell unterwegs. Die 500 Meter, die sie bei den Staatsmeisterschaften mit 37,4 Sekunden gelaufen ist, war eines der besten Rennen, die ich seit langem gesehen habe“.

An Technik gefeilt

Der Fokus lag demnach in den letzten Tagen am Neigungswinkels in der Kurve, den der Körper hat. „Man tendiert dazu, wenn der Winkel im Hüftbereich ungut wird, dass man keinen geraden Abdruck mehr hat. So geht viel ins Leere und deshalb versuche ich die Position so zu gestalten, dass ich über so viel wie möglich kurze Abdrücke verfüge. Das funktioniert sehr gut. Andere Trainer meinten, dass sie mich selten so gut gefahren sehen haben. Mal schauen, wie ich das Training ins Rennen umsetzen kann.“

Das Eis in Minsk liegt Herzog definitiv. Fixierte sie doch nach den Olympischen Winterspielen 2018 auf dieser Bahn ihren Gesamtweltcupsieg. „Das Eis ist relativ hart. Normal hat es hier zwischen zwölf und 14 Grad. Wenn die Halle mit 5000 Menschen voll ist, gibt es eine hohe Luftfeuchtigkeit und es geht auf 19 Grad rauf. Dann fährt man wie auf Speiseeis.“

Fettanteil von zehn Prozent

Entwarnung herrscht bei ihrer „alten“ Hüftbeugerblessur, die sie sich bei einem Radsturz zuzog. Dieser zwickt zwar hin und wieder, doch gerade deswegen hat das Duo heuer einen gezielten Wettkampfplan erstellt - die Sprint-WM lässt Herzog diese Saison beispielsweise aus. Zwang spielt beim eingespielten Duo wahrlich nie eine Rolle, nur in puncto Nahrungsaufnahme muss Tom im Augenblick etwas Druck machen. „Vanessa hat momentan 69 Kilo und einen Fettanteil von zehn Prozent. Sie ist am unteren Limit. Da muss ich schon mal sagen, bitte iss noch was. Die Saison kostet dich einfach Kilos, deshalb ist das enorm wichtig.“

Aufgrund ihrer Erfolgssaison wurde Herzog kürzlich eine ganz besondere Ehre zuteil. Die Ferlacherin wurde als „Athlete role model“ auserwählt. Die Welt- und Europameisterin repräsentiert Mitte Jänner bei den Youth Olympic Games 2020 in der Schweiz drei Tage lang ihre Sportart: „Ich bin dort quasi eine Art Mentorin für junge Sportler, halte Vorträge, unterstützte sie und darauf freue ich schon total, ist eine Ehre.“

Und wie geht’s dem Alpaka-Trio? „Sehr gut. Wenn wir länger nicht da waren, kommen sie auf uns zugelaufen. Total süß.“

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