EisschnelllaufVanessa Herzog will heute bei der WM den Turbo zünden

Österreichs Eisschnellläuferin Vanessa Herzog (23) kämpft heute (ab 16.15, ORF Sport +) bei der WM in Inzell über die 500 Meter um eine Medaille.

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Herzog will ihre Saison mit einer WM-Medaille krönen. Die Kärntnerin genießt die Ruhe vor dem Sturm	 (re.)
Herzog will ihre Saison mit einer WM-Medaille krönen. Die Kärntnerin genießt die Ruhe vor dem Sturm (re.) © AP; Privat
 

Anspannung und Druck werden heute generell riesengroß sein, doch das lässt Eisschnellläuferin Vanessa Herzog kalt - ihr ist keine Spur von Nervosität anzumerken. „Den Druck habe ich bei Olympia verspürt, doch daraus habe ich gelernt. Ich bin routinierter und reifer geworden. Jetzt freue ich mich, dass es los geht, kann es kaum erwarten. Ich bin positiv angespannt, aber das brauche ich auch, um schnell zu sein und um mich zu pushen.“ Ihre Lockerheit könnte im Übrigen daran liegen, dass der WM-Ort Inzell inzwischen für die Kärntnerin zu ihrer zweiten Heimat geworden ist. Geschätzt zwölf bis 15 Wochen im Jahr verbringt die Wintersportlerin gemeinsam mit ihrem Trainer, Manager und Ehemann Tom im deutschen Luftkurort.

"Da ich so ein Heimgefühl verspüre, würde ich es sogar als meine Heim-WM bezeichnen, da wir jeden hier kennen. Wir haben hier auch ein Apartment über mehrere Monate, da es uns den Reisestress erspart. Der Zuspruch von den Menschen ist enorm. Die Deutschen sehen mich schon als Heim-Favoritin“, verrät die 23-Jährige, die heute (16.15, ORF Sport +) auf der 500-Meter-Strecke für WM-Edelmetall sorgen möchte - es wäre ihr allererstes überhaupt.

Dass die Sprint-Europameisterin in absoluter Höchstform ist, demonstrierte sie gestern im Abschlusstraining. Sie fuhr ihre bisher schnellste Runde auf der Bahn in Inzell - eine halbe Sekunde unter ihrer Bestzeit. „Deshalb spare ich mir eine Wette, denn sie ist so absurd schnell. Im Augenblick halte ich eine Zeit unter 37 Sekunden im Bereich des Möglichen“, kennt Herzog seine Frau in- und auswendig. Dennoch warnt er vor zu viel Euphorie, denn „sie muss es heute zeigen“.

Dauerrivalin zittert bereits

„Jetzt hoffen wir, dass die News rasant nach Japan gehen und sie ein wenig Panik bekommen, dass ich flink unterwegs bin“, weiß die sechsfache Weltcup-Siegerin um ihre Stärken. Bereits bei der letzten Weltcupstation in Norwegen machte sie ihrer Dauerrivalin Nao Kodaira ordentlich Dampf, sodass diese den letzten Weltcup-Bewerb in Norwegen sogar ausließ. „Ja, sie merkt, dass es immer enger wird. Hier hat sie im Training in den Kurven etwas gestrauchelt, da die Bahn anders ist, als anders wo, aber ich bin davon überzeugt, dass sie heute verdammt schnell sein wird“, nimmt es die Inline-Speed-Skating-Weltmeisterin wie es kommt. „Meine Vorbereitung war optimal. Gestern wurde ich noch massiert, bin am Rad gesessen und heute geht es in der Früh für 15 Minuten aufs Eis und dann bin ich garantiert ready.“

Der Medienrummel rund im ihre Person ist so groß wie nie zuvor, doch die Ausnahmeathletin lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Für mich hält sich der Trubel in Grenzen, Tom ist dafür eingedeckt. Ich konzentrier mich, eine Medaille zu holen.“

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