Vor einer Woche setzte eine hartnäckige Mandelentzündung Siebenkämpferin Sarah Lagger außer Gefecht, sogar der Start beim Mehrkampf-Spektakel in Götzis wackelte. Doch die Oberkärntnerin wuchs über sich hinaus: „Ich hätte nie mit dem Erfolg gerechnet. 6000 Punkte waren mein Ziel, jetzt sind es 6156 geworden und Platz zehn. Eine coole Sache“, ließ sich die 18-Jährige die Strapazen kaum anmerken. „Ein bisschen spazieren gehen und regenerieren, dann bin ich wieder topfit.“

Mit dieser sensationellen Leistung hat die Ausnahmeathletin nicht nur locker das Limit für die Junioren-WM (5300), sondern auch für die allgemeine Europameisterschaft (5900) in Berlin geknackt. „Den ersten Schritt hab’ ich getan, nun kommt es darauf an, wie sich meine direkte Konkurrentin Karin Strametz in den nächsten Wochen präsentiert, aber ich kann ja noch immer bei der U20-WM in Finnland nachlegen“, zeigt sich die Junioren-Weltmeisterin voller Tatendrang. In Götzis nahm sie quasi den „Flow“, wie sie selbst sagt, von Siegerin Nafissatou Thiam mit. „Das ist so lässig inmitten dieser Weltklasseathleten, das pusht einen noch mehr. Am meisten hat mir getaugt, dass ich die 200 Meter in 24,57 gelaufen bin, das hab’ ich schon lange nicht mehr geschafft.“ Extreme Bedingungen am zweiten Tag verhinderten vielleicht ein noch besseres Ergebnis:

Lagger ist mir ihren 18 Jahren cool drauf, Druck ist für den Schützling von Georg Werthner ein Fremdwort: „Ich hab’ keinen Stress. Wenn ich die Schule fertig habe, geht’s mit dem richtigen Profitraining los.“ Gleich nach Tokio? Das Limit für die Spiele 2020 liegt bei 6200 Zählern. „Bekommen wir hin.“