„Wenn mir jemand diese Saison so vorhergesagt hätte, hätte ich ihn gefragt, in welche Kugel er hineingeschaut hat“, ließ Speedspezialistin Carmen Spielberger (ASKÖ St. Veit) heuer ihr ganz großes Potenzial aufblitzen. Die Kärntnerin feierte ihren Premierensieg in der Europacupabfahrt von St. Moritz und stand insgesamt drei weitere Male am Podium.
In der EC-Abfahrtswertung liegt die 22-Jährige aktuell hinter ihrer Landsfrau Nadine Fest, die ihr Fixticket für den Weltcup bereits fix in der Tasche hat, auf Rang zwei. Auch für Spielberger ist der Weltcup zum Greifen nahe. „Es sind maximal noch zwei Abfahrten. Rein rechnerisch könnte ich noch auf Rang vier rutschen, aber da muss quasi alles gegen mich spielen“, erklärt Spielberger, die 2022 in der Ski-HAK in Schladming maturiert hat und rein zufällig die Leidenschaft zum Skisport entdeckt hat.
„Ich will selbst jemand sein“
Druck lässt die Wintersportlerin völlig kalt, „da mein Selbstvertrauen stimmt und wenn ich halbwegs fehlerfrei ins Ziel komme, weiß ich, dass ich schnell bin. Technisch ist mir heuer ein großer Schritt gelungen.“ Sie habe ihr Skifahren derzeit „ziemlich gut im Griff, auch der Grundspeed passt und deshalb freue ich mich auf alles, was auf mich zukommt“. Mit ihrer Aussage: „I scheiß‘ mi nix“, legt Spielberger ihre Devise nahe, betont aber, „dass ein gewisser Respekt da ist, aber eben keine Angst mehr“, verdeutlicht die Guttaringerin, die ihre Reserven in „den Übergängen, bei Wellen und in den Sprüngen“ künftig herauskitzeln will. Sie schaue auf jene Personen auf, „die schon viel erreicht haben und die natürlich schneller sind als ich. Aber ein reines Vorbild gibt es nicht, ich will selbst jemand sein.“
Als Athletin und auch im „wahren“ Leben ticke Spielberger „ähnlich. Ich bin relativ ruhig, introvertiert und nehme mir auch gern mal Zeit für mich allein, um mich abzuschotten. Sonst bin ich ehrgeizig und extrem konsequent. Was ich mir vornehme, will ich auch durchziehen, denn dieses Dabei-Bleiben ist im Skisport so wichtig“, konkretisiert die Skirennläuferin, die sich auf längeren Autofahrten die Zeit mit Sticken oder Häkeln vertreibt, „dann pick‘ ich nicht ständig nur am Handy“.
Am Mittwoch geht‘s in Italien mit einem EC-Super-G weiter, bevor Mitte März das Europacupfinale in Norwegen in Szene geht.