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''Ich küsse seine Augen''Erdogan gratuliert Özil zum DFB-Rücktritt

Nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft spaltet Mesut Özil die Gesellschaft. Nun gratulierte der türkische Präsident Erdogan Özil via Telefon zu diesem Schritt. Auch DFB-Führung stark unter Kritik.

Özil und Erdogan vor der WM
Özil und Erdogan vor der WM © (c) AP
 

Er habe nicht politisch, sondern aus Respekt vor dem Amt des türkischen Präsidenten gehandelt. Mit der Person Recep Tayyip Erdogan verbindet ihn der Fußball. In Deutschland hätte man ihn nach dem Foto mit Erdogan und dem WM-Aus, wo der DFB ihn in Person von Oliver Bierhoff zum Sündenbock ernannte, rassistisch behandelt. All diese Statements schickte Mesut Özil seinem DFB-Rücktritt voraus und spaltete damit nicht nur ein Land, sondern die ganze westliche Gesellschaft.  

Diese Vorlage ließ sich Türkei-Präsident Erdogan nicht entgehen und wurde selbst in der Kausa aktiv. Wie deutsche Medien übereinstimmend berichten, hat Erdogan Özil nun angerufen und ihm, wie viele türkische Politiker zuvor, zu diesem Schritt gratuliert. "Ich habe am Montagabend mit ihm gesprochen. Seine Haltung ist national und einheimisch. Ich küsse seine Augen. Sie können unser gemeinsames Foto nicht hinnehmen. Ich stehe hinter Mesut aufgrund seiner Äußerungen", sagte Erdogan auf einer Parlamentssitzung in Ankara. Die Deutschen könnten nicht akzeptieren, dass Özil für ein Foto mit ihm posiert habe, sagte Erdogan. "Man kann diese rassistische Haltung gegenüber diesem jungen Mann nicht hinnehmen, der so viel Schweiß für den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft vergossen hat", sagte der türkische Präsident.

In Devrek, der türkischen Heimatstadt der Vorfahren des aus dem DFB-Nationalteam zurückgetretenen Mesut Özil, wurde als Reaktion auf die Vorfälle der vergangenen Tage beim Straßenschild der "Mesut-Özil-Straße" das Bild des Fußball-Profis im deutschen Nationaltrikot ausgetauscht. Nun sieht man dort das umstrittene Foto, das den 29-Jährigen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt.

Auch der DFB-Präsident soll gehen

Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer repräsentativen Umfrage des Nachrichtenportals "t-online.de" für einen Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. Auf die Frage, ob der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der Affäre um den ehemaligen Nationalspieler Mesut Özil zurücktreten soll, antworteten 49,7 Prozent der 5.569 Befragten mit "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja".

Nur 36,6 Prozent sind dagegen und beantworteten die Frage mit "Eher nein" oder "Nein, auf keinen Fall". Nur 13,7 Prozent der Befragten gaben an, in dieser Frage unentschieden zu sein.

Im Auftrage des Nachrichtenportals hatte das Institut "Civey" die Umfrage durchgeführt. Weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass 48,9 Prozent der Deutschen der Meinung sind, dass Özil vom DFB zu Unrecht zum Sündenbock für das historisch frühe WM-Ausscheiden des DFB-Teams gemacht wurde. 42,6 Prozent denken, dass dies nicht der Fall ist.

Kommentare (7)

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perplesso
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Mir kommt der Mesut Özil

trotz seines Alters reichlich naiv vor. Ich wünsche ihn weiterhin viel Erfolg beim Fussballspieken, von der Politik sollte er aber für Finger lassen !

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elkekb
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Und wo..

..bleibt der Respekt vor den Opfern dieses Diktators? Grauenhaft! Gegen Dummheit sind selbst die Götter machtlos.
Wenn es ihm so gut gefällt, dann kann er ja in die Türkei gehen und dort Fußball spielen.
Und noch etwas anderes: Wenn jemand nicht in der Türkei lebt, sollte er/sie dort auch nicht wählen dürfen.

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gerbur
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@elkekb

Und wie halten Sie es mit den Auslandsösterreichern, die bei uns wahlberechtigt sind?

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ugglan
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Es

ist weder Rassismus noch Fremdenhass - er hat sich klar für die Türkei entschieden - also soll er ,aber ohne deutschen Pass, dorthin zurückkehren!

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Maschanska
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Sorry, aber der Diktator und der Fußballer??????

Die Lage in der Türkei droht wirklich zu eskalieren!
Was wird der Präsident in seiner Opferrolle jetzt wirklich tun?
Özil ist vielleicht so naiv und hat sich instrumentalisieren lassen oder er hat es nicht verstanden, worum es hier geht.
Beide Fälle gleich schlimm - egal ob er ein Superkicker ist, oder nicht.
Er hat für viele Vorbildwirkung - und dessen muss er sich bewusst sein.

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lombok
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Nun wollen die Türken den Deutschen den Schwarzen Peter zuschieben.

In Wahrheit verlangt man doch nur Loyalität und das Annehmen unserer Gesellschaft, Bräuche und Lebensformen. Wer nach Deutschland oder Österreich zieht (bei Türken kann man ja einsteilen noch nicht von Flüchtlingen sprechen) und wer sein Heimatland aufgibt, gibt somit auch seine Lebensformen, Bräuche und Religion auf und hat sich gefälligst an sein "neues" Heimatland zu halten. Wer Schafe schächtet, Frauen als Gegenstand und nicht als Mensch sieht, wer bei uns nicht arbeiten will und wer glaubt, er müsse uns Europäer bekehren, der irrt sich und muss umgehend die Heimreise antreten und hat hier nichts verloren. Integration bedeutet nicht, dass sich zwei Kulturen annähern müssen (das wäre dann ja Assimilation), sondern dass sich Ausländer in unsere bestehende Gesellschaft INTERGRIEREN müssen. Das Wort ist ja sehr einfach zu verstehen! Menschen, die sich integrieren, sind herzlich willkommen. Wer Erdogan als "seinen Präsidenten" bezeichnet, gibt dem deutschen Volk unmissverständlich das Signal, in Deutschland unzufrieden zu sein. Sehr unklug, wie ich meine ...

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handlelightd
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Die Begriffe

Assimilation und Integration solltens aber nochmal nachblättern. Integration bedeutet genau nicht, dass bei Eintritt in eine andere Gesellschaft bzw. Kultur alle eigenen Lebensformen, Bräuche und die Religion aufgegeben und die gegebenen angenommen werden (müssen). Das wäre Assimilation. Sondern sie weiter im Rahmen der bestehenden Gesetze und Rahmenbedingungen leben zu können. Gelungene Integration bedeutet, dass das in einer einigermaßen friktionsarmen und von wechselseitigem Bemühen getragenen Art und Weise gelingt. Natürlich gibt's im Leben auch gegenseitiges Unverständnis und Befremden, dazu bedarf es nicht mal einer anderen Herkunft. Das Özil-Foto, Özil selbst ist soviel ich weiß in D geboren, löste so ein Befremden aus, die Integrität von Özil wurde in Frage gestellt. Und weil dieser Konflikt nicht aufgelöst wurde, packte man praktischerweise noch ein paar selbstentlastende Schuldzuweisungen dazu. Gespielt haben tatsächlich ziemlich alle ziemlich schlecht. Und Özil sollte sich m.M. aus der Schmollecke begeben, und sich nicht allein auf den Rassismusvorwurf versteifen. Dass das ganze Theater für den Erdo ein gefundenes Fressen ist, ist auch klar.

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