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Spaniens NationalteamNach Rauswurf: Jetzt äußert sich Julen Lopetegui

Julen Lopetegui zeigte sich in einer ersten Stellungnahme nach seinem Rauswurf betroffen.

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Julen Lopetegui © APA/AFP/GABRIEL BOUYS
 

"Ich bin sehr traurig", räumte Julen Lopetegui am Mittwoch vor spanischen Journalisten mit ernster Miene auf dem Flughafen im russischen Krasnodar ein, kurz bevor er eine Maschine nach Moskau bestieg.

Von der Onlineausgabe der spanischen Fachzeitung "Marca" wurde der 51-Jährige zudem mit den Worten zitiert: "Ich hoffe, dass wir eine hervorragende Weltmeisterschaft spielen und dass wir gewinnen. Wir haben eine tolle Mannschaft und hoffentlich gewinnen wir diese WM." Von Moskau wollte Lopetegui noch am Mittwoch nach Madrid weiterfliegen.

Am Ende des ereignisreichen Tages saß der Sportdirektor Fernando Hierro als Interimstrainer auf dem Podium und sagte: "Das Ziel ist, um den Titel zu kämpfen. Wir haben keine Zeit, an etwas anderes zu denken." Hierro, Ex-Real-Star, bisher Spaniens Sportdirektor und nun zwischenzeitlich Teamchef plant den WM-Mitfavoriten zum Titel zu führen.

Hierro will den unrühmlichen Abgang von Ex-Coach Lopetegui rasch hinter sich lassen. "Die Vergangenheit ist Vergangenheit, wir müssen positiv denken. Der Tag war nicht einfach, aber die Jungs sind professionell und Sportler", sagte der 50-jährige Ex-Nationalspieler vor seinem ersten Training. "Die Spieler sind gewohnt, dass Trainer kommen und gehen. Wir haben ein sehr schönes, spannendes Ziel."

"Alles, was passiert ist in den vergangenen Tagen, taugt nicht als Rechtfertigung für irgendwas", sagte Hierro. Nach der Trennung von Lopetegui, den die Verbandsführung nach dessen überraschender Vertragsunterzeichnung als künftiger Chefcoach von Real Madrid vor die Tür gesetzt hatte, muss Hierro den Weltmeister von 2010 auf die erste WM-Partie vorbereiten. Bereits am Freitagabend trifft die Seleccion auf Europameister Portugal.

Kapitän Sergio Ramos rief einstweilen die zwischen Verdutztheit und Enttäuschung pendelnde Anhängerschaft mit pathetischen Worten zur Einigkeit auf. "Wir sind die Seleccion, wir repräsentieren das spanische Wappen, die Farben, die Fans, das Land. Die Verantwortung und die Verpflichtung sind mit euch und für euch. Gestern, heute und morgen, gemeinsam. #VamosEspana", twitterte der 32-Jährige Abwehrspieler von Real Madrid.

Nach Medienberichten haben Ramos und weitere Führungsspieler vergeblich versucht, Verbandschef Luis Rubiales davon abzuhalten, dass er Lopetegui vor die Tür setzt. Der Zeitpunkt für die Entlassung scheint äußerst ungünstig, die Entscheidung selbst jedoch korrekt. Erst fünf Minuten vor der offiziellen Veröffentlichung durch Real soll Rubiales von Lopetegui über den feststehenden Job-Wechsel informiert worden sein. "Wir haben uns dazu gezwungen gesehen, ihn seines Amtes zu entheben", sagte Rubiales.

Xavi, Barcelona-Legende und mit Spanien Welt- (2010) und Europameister (2008), lobte den Funktionär für dessen Vorgehen. "Rubiales hat sehr gut reagiert", wurde Xavi in der Sportzeitung "Marca" zitiert. Den baldigen Real-Trainer kritisierte er hingegen scharf: "Die Entscheidung von Lopetegui war meiner Meinung nach unpassend, unerwartet und voreilig", erklärte der Weltstar, der nun in Katar bei Al-Sadd SC spielt.

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Xavi Foto © APA/AFP/STR

Dass Spanien durch diese Zwischenfälle entscheidend geschwächt wird, glaubt Xavi nicht. "Für mich hat Spanien weiterhin sehr gute Aussichten, die WM zu gewinnen", sagte der 38-Jährige. Der neue Trainer Hierro sei "sehr gut vorbereitet". Der bisherige Sportdirektor habe in Südafrika dem Weltmeisterteam von 2010 "viel geholfen, nachdem wir das Auftaktspiel gegen die Schweiz mit 0:1 verloren hatten."

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