VideobeweisDie VARheit liegt auf dem Platz

Ab dieser Saison setzt die österreichische Bundesliga auf den Video Assistant Referee. Erster VAR beim Spiel Sturm gegen Salzburg am Freitag (20.30 Uhr) ist Harald Lechner.

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Jedem VAR-Schiedsrichter steht einen Assistenten und ein Operator zur Seite © 
 

Die Wahrheit liegt auf dem Platz, lautete ein geflügeltes Fußball-Zitat. Ab Freitag kommt zur Wahrheit die VARheit hinzu. Der Video Assistant Referee hält mit Beginn dieser Saison am Freitag Einzug in der österreichischen Bundesliga. Harald Lechner ist der erste VAR in Österreich, Walter Altmann leitet das Auftaktspiel zwischen dem SK Sturm und Salzburg. Der VAR soll die Spiele gerechter machen, sagen alle Protagonisten, die in Österreich mit dem Videobeweis seit 2019 befasst sind. Transparenz ist den Verantwortlichen von ÖFB und Bundesliga wichtig. Man wolle den Fußball-Anhänger bei der neuen Zeitrechnung mitnehmen, egal ob die Fans in den Stadien bzw. vor den TV-Schirmen sitzen. Wann darf bzw. muss der VAR einschreiten?

Der Einsatzbereich ist auf vier Situationen beschränkt: Tore, Elfmeter, Rote Karten und Identitätsfeststellungen bei Gelben/Roten Karten. Jedes Tor wird kontrolliert („Check“). Gegebene Elfer werden überprüft, über fälschlicherweise nicht gegebene wird der Schiedsrichter informiert. Jede Szene, die nach Sicht des Unparteiischen einen Rot-Ausschluss zur Folge hat, wird überprüft. Allgemein gilt, der VAR greift aktiv nur dann ins Spiel ein, wenn der Verdacht auf eine klare Fehlentscheidung besteht. Der Schiedsrichter auf dem Platz entscheidet, ob er eine offizielle Überprüfung („Review“) zulässt oder sich bei seiner Entscheidung sicher ist. Wenn er auf „Review“ entscheidet, zeigt er mit den Händen ein Rechteck an.

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Bei faktischen Entscheidungen – etwa wenn es um die Position des Fouls in Bezug zum Strafraum oder Abseits geht – sollen die Unparteiischen dem VAR vertrauen („VAR-only Review“). Bei Toren sowie Verdacht bei Elfmeter bzw. Roten Karten wegen Verhinderns einer klaren Torchance ist nicht nur das Ereignis selbst, sondern die Entstehungsgeschichte relevant. Hierzu muss die ganze Angriffsphase („Attacking Phase of Play“) überprüft werden. Eine VAR-Unterbrechung sollte zwischen 35 und 70 Sekunden dauern, nur in Ausnahmefällen länger. Man rechnet mit durchschnittlich fünf Unterbrechungen pro Spiel.

 

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