Für Fußballfans rund um den Globus ist es feierliche Tradition, sich am 26. Dezember vor dem TV-Gerät einzufinden, um den „Boxing Day“ in der Premier League zu verfolgen. Während der Ball auf dem europäischen Festland ruht, wird auf der Insel gekickt. In England ist der Stadionbesuch für viele Familien ein Fixpunkt an den Weihnachtsfeiertagen.
Doch warum spricht man dabei vom sogenannten „Boxing Day“? Das hat ebenfalls mit dem Weihnachtsfest zu tun. „Boxing“ bezieht sich dabei auf das Verpacken von Weihnachtsgeschenken, die in England „Boxes“ genannt werden. Zwar werden diese Geschenke traditionell am 25. Dezember ausgepackt, der Ursprung geht aber bis auf das viktorianische Zeitalter zurück und auf mittlerweile überholte Traditionen.
Spannende Duelle
Damals war es üblich, dass Wohlhabende ihren Angestellten und benachteiligten Menschen Geschenke machten. In Kirchen wurden ebenfalls Boxen aufgestellt, um Geld zu sammeln, Bedienstete bekamen am zweiten Weihnachtstag Geschenke oder „Boxes“ für sich und die Familie. Seit 1871 sind die Weihnachtstage für die gesamte britische Bevölkerung offizielle Feiertage, weshalb Fußballklubs die Chance wittern, ein großes Publikum anzuziehen. Lange wurde sogar am 25. Dezember gekickt, was in den 1960er-Jahren aber ein Ende fand. Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs hatten damals am 25. Dezember frei, weshalb keine Busse oder Züge fuhren. Auch wenn sich dies geändert hat, blieb der Tag spielfrei.
In diesem Jahr finden acht der zehn Partien des 18. Spieltags am 26. Dezember statt, zwei Duelle tags darauf. Eröffnet wird der Boxing Day übrigens um 13.30 Uhr mit dem Spiel zwischen Krisen-Meister Manchester City und Everton. Österreichs Trainer-Export Oliver Glasner gastiert um 16 Uhr mit Crystal Palace bei Bournemouth, Chelsea empfängt Fulham. Am Abend gibt es die Partie Liverpool gegen Leicester City (21 Uhr).