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Champions LeagueSalzburg gegen den Fluch der Qualifikation

Gelingt in der zwölften Qualifikation der Einzug in die Champions League? Am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky) spielt der Serienmeister gegen Tel Aviv.

SOCCER - UEFA CL, Tel Aviv vs RBS
© GEPA pictures/ Jasmin Walter
 

Die zweite Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League en suite ist für Red Bull Salzburg zum Greifen nah. Mit viel Selbstvertrauen und einem 2:1-Sieg aus dem Hinspiel geht Österreichs Serienmeister am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky) ins Rückspiel gegen das von Corona dezimierte Maccabi Tel Aviv - auch, um den Quali-Fluch in der Königsklasse endlich zu brechen. Trainer Jesse Marsch wollte davon freilich nichts wissen.

"Die Vergangenheit hat mit unserem Team nichts zu tun. Unsere Persönlichkeit und die Situation sind anders als früher", betonte Marsch auf der Pressekonferenz  und brachte das erste Duell bei Maccabi, bei dem man zur Pause 0:1 zurücklag, als Beispiel: "Unsere Konzentration war gut. Wir haben keinen Stress bekommen oder Sorgen, es war eine gute Mentalität. Ich denke, diese Truppe ist bereit."

Champions League: Chronologie des Salzburger Scheiterns

Nachdem sich Red Bull Salzburg in der zweiten Champions-League-Qualifikationsrunde der Saisn 2006/2007 gegen FC Zürich durchgesetzt hat (1:2, 2:0) war gegen den spanischen Vertreter FC Valencia Endstation. Zu Hause konnten sich die Bullen noch mit 1:0 durchsetzen. In Valencia siegten die Spanier mit 3:0.

Aufstellung in Valencia: Ochs - Bodnar, Dudic, Linke, Vargas - Aufhauser, Carboni, Kovac, Pitak, Tiffert - Orosz

(c) AP (FERNANDO BUSTAMANTE)

Ähnliches Bild in der Saison 2007/2008. In der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League war gegen Ventspils noch alles gut. 3:0 auswärts, 4:0 zu Hause ergibt ein Gesamtscore von 7:0. Gegen Shaktar Donezk war in der dritten Qualifikationsrunde wieder Schluss. Ein 1:0-Sieg in der Heimat war nicht genug. Auswärts verloren die Salzburger eine Woche später mit 3:1.

Aufstellung in Donezk: Ochs - Meyer, Miyamoto, Sekagya, Steinhöfer - Aufhauser, Carboni, Kovac, Leitgeb, Vonlanthen - Zickler.

(c) AP (EFREM LUKATSKY)

In der Saison 2009/2010 ging es eine Runde weiter. In der zweiten Qualifikationsrunde konnten Bohemians knapp aber doch (1:1, 1:0) besiegt werden. Ähnlich knapp aber erfolgreich ging es in der dritten Runde gegen Dinamo Zagreb (1:1, 1:2). Gegen Maccabi Haifa war in der vierten Runde der Qualifikation aber Schluss. Zu Hause verloren die Bullen mit 1:2, auswärts setzte es eine 3:0-Pleite.

Aufstellung in Haifa: Gustafsson - Dudic, Opdam, Schiemer, Ulmer, Svento - Cziommer, Ilsanker, Leitgeb, Tschoyi - Janko

(c) EPA (GEORG HOCHMUTH)

In der Saison 2010/2011 wurde in der zweiten Qualifikationsrunde HB Torshavn eliminiert (5:0, 0:1). Gegen Omonia Nikosia hatten die Bullen in der dritten Runde auch noch das bessere Ende für sich (1:1, 4:1). Gegen Hapoel Tel Aviv war dann aber Schluss. Zu Hause verloren die Salzburger mit 2:3, auswärts war ein 1:1 zu wenig.

Aufstellung in Tel Aviv: Tremmel - Afolabi, Schwegler, Sekagya, Svento - Leitberg, Mendes da Silva, Pokrivac - Ngwat-Mahop, Wallner, Zarate.

(c) AP (Tara Todras-Whitehill)

Das einzige peinliche Ausscheiden der Bullen gab es in der Saison 2012/2013. Gegen F91 Düdelingen konnte man sich in der zweiten Qualifikationsrunde nicht durchsetzen. Auswärts verloren die Salzburger mit 0:1. Aufgrund der Auswärtstorregel war der 4:3-Erfolg zu Hause zu wenig.

Aufstellung in Salzburg: Gustafsoon - Schwegler, Ilsanker, Hinteregger, Ulmer - Teigl, Leitgeb, Hierländer, Mendes Da Silva, Jantscher - Maierhofer

(c) dapd (Andreas Schaad)

In der Saison 2013/2014 spielte man in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Fenerbahce Istanbul. Ein 1:1 zu Hause war zu wenig, weil die Salzburger in Istanbul mit 3:1 verloren.

Aufstellung in Istanbul: Gulasci - Klein, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Meilinger, Kampl, Ilsanker, Mané - Alan, Soriano

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

In der Saison 2014/2015 konnten sich die Salzburger in der 3. Qualifikationsrunde gegen Qarabag Agdam durchsetzen. Nach einer 1:2-Niederlage auswärts, setzten sich die Salzburger zu Hause mit 2:0 durch. Gegen Malmö FF schaute es nach dem Heimspiel auch nicht schlecht aus. Ein 2:1 - mit Last-Minute-Tor von Forsberg nach einem Missverständnis zwischen Gulasci und Schiemer - reichte aber nicht, weil sich die Schweden in Malmö mit 3:0 durchsetzten.

Aufstellung in Malmö: Gulasci - Schwegler, Ilsanker, Ramalho, Hinteregger - Kampl, Leitgeb, Keita, Bruno - Alan, Soriano

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Ein Jahr später - dritte Qualifikationsrunde, und wieder war Malmö FF der Gegner. Eine noch bessere Ausgangssituation - die Salzburger gewannen 2:0 - änderte am Ergebnis in Schweden nichts. Red Bull Salzburg verlor abermals mit 3:0.

Aufstellung in Malmö: Stankovic - Schmitz, Paulo Miranda, Hinteregger, Ulmer - Pires, Keita, Berisha, Leitgeb, Atanga - Oberlin

(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

So knapp gescheitert wie in der Saison 2016/2017 sind die Bullen aus Salzburg nie. Makellos in den ersten Runden, mit dem 1:1 in Zagreb eine hervorragenden Ausgangssituation für das Rückspiel im eigenen Stadion. Und alles lief bis zur 87. Minute nach Plan. Da wurde die Salzburger Führung egalisiert, in der fünften Minute der Verlängerung folgte die Entscheidung. Salzburg hatte nämlich nichts mehr entgegenzusetzen.

Aufstellung in Salzburg: Walke; Schwegler, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer; Bernardo, Laimer; Lazaro, Berisha, Wanderson; Soriano

APA/KRUGFOTO

Die sensationelle Europa-League-Saison der Salzburger wurde erst durch ein frühes Scheitern in der Champions League Qualifikation ermöglicht. Gegen Hibernians FC gaben sich die Bullen keine Blöße, mussten sich dann aber Rijeka in zwei Spielen geschlagen geben ohne besiegt worden zu sein. Das 0:0 in Kroatien war nämlich zu wenig, nachdem die Salzburger zu Hause 1:1 spielten.

Aufstellung in Rijeka: Walke; Lainer, Paolo Miranda, Caleta-Car, Ulmer; Yabo, Samassekou, Minamino, Berisha; Hwang, Dabbur

GEPA pictures
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Im Vorjahr brachte der Meistertitel den automatischen Platz in der CL-Gruppenphase, zumindest das erklärte Vereinsziel seit dem Einstieg von Red Bull 2005/06 war damit erreicht. Davor endeten allerdings alle elf Qualiversuche vorzeitig, immer wieder auch auf kuriose, bittere Art. So wie etwa 2018, als man im Play-off-Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad trotz 2:0-Führung mit zwei Gegentoren innerhalb von 77 Sekunden alles verspielte.

Im Herbst 2019 kam dann dank der Königsklassenduelle mit Liverpool, Napoli und Genk die Entschädigung für das Quali-Elend vergangener Jahre. "Wir hatten irrsinnig viel Spaß, auf so hohem Niveau zu spielen", meinte Marsch. Wichtiger sei aber die gewonnene Erfahrung, gerade für so ein junges Team. "Die Jungs haben gelernt, was es für Spiele auf so einem Top-Niveau braucht", stellte der US-Amerikaner fest. Die Jugend sei vor der Entscheidung am Mittwoch auch mental als Vorteil zu sehen. "Die jungen Spieler haben nicht so viel Angst."

Während im Lager der Salzburger einmal mehr alle Corona-Tests negativ ausfielen, nur Mittelfeldmann Antoine Bernede mit einer Prellung fehlt und Zlatko Junuzovic nach seinem Muskelfaserriss zumindest auf die Bank zurückkehren wird, sind die Israelis inzwischen einer ganzen Mannschaft verlustig gegangen. In den vergangenen zehn Tagen legten elf Maccabi-Kicker einen positiven Test ab, jüngster Fall war am Montag der im Hinspiel eingewechselte Offensivmann Ben Haim. Trainer Georgios Donis brach am Dienstag dennoch mit 20 Akteuren, davon einige Nachwuchsleute, Richtung Salzburg auf.

"Sie haben nicht so viele Optionen, aber immer noch gute Spieler", sagte Marsch. "Wir müssen uns auf unsere Idee fokussieren und unseren Fußball spielen." Der Sieg aus der Hinpartie, als man das 0:1 dank der Tore von Dominik Szoboszlai (49.) und Masaya Okugawa (57.) noch drehte, sei jedenfalls viel wert. "Zwei Auswärtstore sind sehr wichtig. Aber vor allem haben wir die Mentalität, dass wir auch dieses Spiel gewinnen und nicht den Vorsprung verteidigen wollen. Wir müssen Vollgas geben und aggressiv spielen." Und Marsch versprach: "Wir werden dem Gegner von Anfang an Druck machen."

Dank fünf Siegen in fünf Pflichtspielen (Torverhältnis inkl. 10:0-Cupsieg gegen Bregenz 22:4) können die Salzburger mit breiter Brust in das Rückspiel gehen. "Das gibt uns Selbstvertrauen", bestätigte Goalgetter Patson Daka, der bei sieben Saisontreffern hält und in Tel Aviv auch einen Assist gab. "Wir wissen, dass wir am richtigen Weg sind", meinte der 21-Jährige. Auch er musste die Frage nach dem Druck bejahen, aber: "Der ist immer da und auch Motivation, hart zu arbeiten. Wir wollen versuchen, Geschichte zu schreiben."

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dieRealität2020
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Spieler von red Bull, was euch und österreichischen Mannschaften größtenteils fehlt

ist das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gewinnen zu wollen und die Kenntnis, dass ein Spiel bis zum Abpfiff des Schiedsrichters läuft. Aus Ausländer nehmen diesen Denk- und Verhaltensprozess schnell auf.
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Seit den 50iger Jahren höre ich in manchen Sportarten, najs dabei sein ist alles. Das ist von vornherein ein nonsens, da man von vornherein damit seinen inneren Willen wegschmeißt.
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Genaugenommen könnt ihr auch Fussball spielen zumindest größtenteils wie die Gegner. Ob der Gegner durch den Coronavirus dezimiert ist oder nicht, interessiert nicht einmal die Häuslfrau, auch wie das Spiel verläuft uninteressant, der Sieg ist entscheidend.

dieRealität2020
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ein Fan sagt euch,

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ich bin während meiner Selbstständigkeit mit 2 konträren Unternehmen international in unzählige Verhandlungen gegangen um nicht den Mindestpreis oder einen halbwegs guten Preis zu erzielen, Einkauf und Verkauf, sondern um für meine Unternehmen das optimalste Ergebnis zu erzielen.
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Am liebsten und erfolgreichsten ist, wenn man am Heimatplatz den Gegner Stärke und Stabilität zeigt, denn da wird er überrascht und überrumpelt sein. Im Jargon gesprochen, machts den „Gegner auf“ und zeigt ihnen wo Gott wohnt.
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Fighten, fighten bis zum Abpfiff. Das hat Happel bei allen trainierten internationalen Mannschaften der Mannschaft beigebracht, darum war auch bis zu seinen Tod einer der besten Trainer.