Spanische Fußballerinnen haben Angaben des
Fußball-Verbandes RFEF zurückgewiesen, sie hätten aus Protest gegen
Trainer Jorge Vilda ihren Austritt aus dem Nationalteam erklärt.
"Wir haben auf keinen Fall unseren Rücktritt aus der spanischen
Nationalmannschaft erklärt, wie das der RFEF in seiner offiziellen
Mitteilung behauptet", zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press
am Freitagabend aus einer Mitteilung der Spielerinnen.

"So wie wir es in unseren privaten Mitteilungen (an den Verband)
bekräftigt haben, stehen wir voll und ganz zur spanischen
Nationalelf", schrieben die Spielerininnen, darunter auch
Weltfußballerin Alexia Putellas vom FC Barcelona. Sie hätten auch
nicht den Rücktritt des Trainers gefordert. Es sei bedauerlich, dass
der Verband "private Mitteilungen in absichtlich verkürzter Form
öffentlich" gemacht habe, hätten die Spielerinnen kritisiert.

Jorge Vilda
Jorge Vilda
© APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU

Der Fußballverband hatte zuvor mitgeteilt, die 15 Spielerinnen
hätten aus Protest gegen Vilda ihren Rücktritt aus dem Nationalteam
erklärt - "falls sich nichts ändert". Entsprechende wortgleiche
E-Mails seien beim Verband eingegangen. Die Spielerinnen hätten sich
darüber beklagt, dass nicht näher beschriebene "Vorkommnisse" ihren
"emotionalen Zustand" und ihre Gesundheit "in wichtiger Form"
beeinträchtigten. Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen sich
Spielerinnen über eine exzessive Kontrolle durch Vilda teilweise bis
in ihr Privatleben hinein beschwert haben.

Der RFEF reagierte äußerst scharf: "Der Verband wird den
Spielerinnen nicht erlauben, die Zukunft des Nationaltrainers und
seines Trainerstabs in Frage zu stellen. Das fällt nicht in deren
Verantwortung." Die Spielerinnen müssten ihren Fehler zugeben und
sich entschuldigen, wenn sie wieder nominiert werden wollten.

Der 41-jährige Vilda ist seit 2015 Chefcoach der spanischen
Frauen. Seine Auswahl hatte bei der EM im Juli in England
kurzfristig auf die verletzte Putellas verzichten müssen. In der
Vorrunde unterlag der Titelanwärter mit 0:2 dem deutschen Team, im
Viertelfinale den späteren Europameisterinnen aus England.