Wenn der VSV heute auf Dornbirn trifft, stehen sich zwei Teams gegenüber, deren Philosophien nicht unterschiedlicher sein könnten. Während man in Villach nicht erst seit dem Sommer den „österreichischen Weg“ forciert, greifen die Vorarlberger seit ihrem Ligaeintritt auf eine Vielzahl an Importspielern zurück. Dennoch reichte es heuer nicht für die direkte Play-off-Qualifikation.
Mit der am Montag beschlossenen „Punkteregel neu“, die zukünftig nur mehr 44 Punkte für ausländische Spieler vorsieht, wird sich die Kaderliste der Bulldogs im Sommer merklich verändern müssen. Obmann Alexander Kutzer relativiert jedoch: „Die neue Regelung ist ein Ligavorschlag an den ÖEHV, der im Gegenzug einige Punkte erfüllen muss.“ Welche das sein könnten, ließ er allerdings offen, nimmt aber gleichzeitig den österreichischen Verband in die Pflicht: „Der ÖEHV ist schuld daran, dass seit Jahrzehnten immer weniger Österreicher in die Liga kommen. Es muss sich dringend etwas ändern. Sogenannte Experten sehen am österreichischen Markt noch sehr viel Potenzial, ich bin gespannt, wie das ausgehen wird.“
Von der Kritik an der Nachwuchsarbeit in Vorarlberg hält der Obmann nichts: „Wir produzieren immer wieder sehr gute Spieler, die von den großen Vereinen, wie Salzburg, Linz oder dem KAC abgeworben werden. Hier muss der Verband gegensteuern. Wir haben den Verantwortlichen einen Maßnahmenkatalog zukommen lassen, aber noch kein Feedback erhalten.“
Laut Kutzer ändere sich an seiner Planung für die nächste Spielzeit nichts. Er habe ein Budget, das eingehalten werden muss. Er gibt aber auch zu, dass es nun schwieriger sein wird, eine gewisse Kadertiefe zu erreichen. Das könnte unter Umständen auch bedeuten, dass einige Teams nur mehr mit drei Linien antreten, was klarerweise ein Rückschritt für das österreichische Eishockey wäre. Sollte Feldkirch in die EBEL einsteigen, würde ein richtiger Kampf um verfügbare Österreicher entbrennen. Nutznießer könnten die potenten Vereine sein. Das sind sie aber ohnehin immer.
Generalprobe für den VSV
Der VSV empfängt heute die Dornbirn. Gegen die Vorarlberger konnten die Villacher noch nicht punkten, verloren alle drei Duelle und erzielten insgesamt lediglich drei Tore. Für die Adler ist das Spiel ein guter Test im Hinblick auf die Qualifikationsrunde, wo sich die beiden Teams erneut gegenüberstehen werden. Bei Patrick Spannring haben sich die Befürchtungen bestätigt, er fällt für den Rest der Saison aus. Neuzugang Justin Maylan (Try-out) kommt heute ebenfalls nicht zum Einsatz. Zuerst braucht es grünes Licht aus der medizinischen Abteilung. Der erste Einsatz ist erst nach der Nationalteam-Pause geplant.