Die Mäzene übernehmen im weltweiten Sport immer mehr das Kommando. So zum Beispiel investierte Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan in Manchester City an die eine Milliarde Dollar, bis sich das Team nach 44 Jahren wieder die englische Krone aufsetzen konnte. Nun eifert ihm Nasser Al-Khelaifi, der angeblich bis zu 100 Millionen Dollar am Tag verdienen soll, nach. Sein Spielball ist das Team von Paris St. Germain. Nach dem Kauf von Neymar (222 Millionen Euro) wird nicht mehr viel Fehlen auf die Milliarden-Grenze, die er in die Franzosen in den letzten Jahren hineinbutterte.

In Österreich ist es Dietrich Mateschitz, der viel Geld in den Sport investiert, aber nicht von seinem Privatvermögen (geschätzte zehn Milliarden Euro), sondern mit den Millionen von Red Bull. Davon profitieren die Eishackler aus Salzburg. Milliarden-Erbin Heidi Horten-Goess (geschätzte drei Milliarden Euro) unterstützt den KAC mit ihrem eigenen Geld. Bei den Vienna Capitals dürfte es ein Mix sein, da kommt Geld von den Firmen von Hans Schmid (geschätzte 100 Millionen Euro) und wohl auch etwas aus der Privatschatulle des gebürtigen Villachers.

Graz-Präsident Jochen Pildner-Steinburg (GAW) hat ebenfalls ein großes Herz für das Eishockey, findet aber noch nicht die richtige Formel, um den Steirern ein Erfolgskonzept zu verpassen. Bei den anderen Klubs der EBEL gibt es ebenfalls Gönner, aber nicht unbedingt Mäzene.

Geld kauft keine Titel, aber...

Ein guter Stamm an heimischen Kräften ist neben einem Mäzen stets ein guter Garant, um eine Meisterschaft zu gewinnen. In den letzten 18 Jahren holten Salzburg (sechs), der KAC (fünf) und Wien (zwei) gemeinsam 13 Titel. Für die restliche Konkurrenz blieben gerade mal fünf an der Zahl.

Mit Eishockey hat etwa Mateschitz eine emotionale Bindung. 1987 trat er mit dem Sponsoring für den Salzburger EC mit Red Bull erstmals in die Öffentlichkeit. Damals waren es 500.000 Schilling (36.000 Euro). Nach der Saison war der Klub trotzdem Pleite, sein Comeback im schnellsten Mannschaftssport der Welt folgte 13 Jahre später, als der Steirer aus dem EC Salzburg den EC Red Bull machte. Heidi Horten-Goess kam 1992 über Hellmuth Reichel zum KAC und blieb seit dem den Rotjacken treu. 2001 übernahm Hans Schmid die ein Jahr zuvor gegründeten Vienna Capitals, machte mit diesem Schritt das Eishockey in der Bundeshauptstadt wieder salonfähig.