Eishockey entscheidet sich nicht auf dem Papier. Das mussten auch die Bozener zur Kenntnis nehmen, der stark dezimierte KAC (ohne Aabo, Strong, Bischofberger) zeigte sich eiskalt, hellwach und spielte aus taktischer Sicht wie aus einem Guss. Einen großen Anteil hatte natürlich Rotjacken-Keeper Sebastian Dahm, der alle 34 Schüsse auf sein Gehäuse stoppen konnte. Der Lohn für eine aufopferungsvolle Leistung war ein wenig Glück in Drangphasen der Gastgeber und durch maximale Effizienz ein nicht unverdienter 3:0-Sieg. Weil die Klagenfurter von Anfang an eine hohe Intensität für die Partie wählten. Bozens Kanadiern hing anfangs offensichtlich noch der Weihnachtsbraten in den Knochen. Sie wirkten passiv und behäbig. Im Gegensatz zum KAC, der sich von der Umklammerung mit blitzschnellen Vorstößen immer wieder befreien konnte.
Für die erste Duftmarke sorgte KAC-Stürmer Jan Muršak, der eine wunderbare Kombination durch Fraser und Maier zum 1:0 verwandelte. Ein Stellungsfehler in der Südtiroler Defensive wurde dabei eiskalt ausgenützt. Ähnliches galt bei Chancen von Schwinger und From, die jedoch an Sam Harvey scheiterten. Drückend traten die Hausherren dann im Mittelabschnitt auf. Doch die Klagenfurter zeigten sich nervenstark, verstellten Passwege geschickt. Digiacinto und Salinitri hatten zwar mehrfach den Ausgleich am Stock, wäre nicht Dahm zur Stelle gewesen. Bei Mantenuto verhinderte die Stange Schlimmeres. Während Fraser und Petersen noch scheiterten, erhöhte Muršak kurz vor der Pause eiskalt zum 2:0.
Im Schlussabschnitt wurde das Tempo erneut von Bozen hochgehalten. Die neutrale Zone blieb ein hart umkämpftes Gebiet. Der KAC hielt mit souveränem Zweikampfverhalten gut dagegen. Sowie Dahm, der zeitweise unter Dauerbeschuss gestanden war. Einen Konter vollendete schließlich Clemens Unterweger (erstes Saisontor), eingeleitet von Obersteiner über Hochegger. Damit war die Partie gegessen und die Überraschung perfekt.