Nach dem Gewinn einer Meisterschaft oder eines wichtigen Turniers neigt man nur allzu oft dazu, Dinge schön zu reden oder alles, was davor passierte, zu vergessen. Zu einer professionellen Sportorganisation gehören aber auch eine ständige Evaluierung der Situation und das Betrachten aller dazugehörenden Fakten. Daher passiert es immer wieder, dass auch große Erfolge zu Veränderungen einer Mannschaft oder sogar der Führungsriege führen. Beim österreichischen Eishockeyverband will man offensichtlich, auch wenn und trotzdem die ÖEHV-Auswahl bei der A-WM in Finnland durch einen mehr als ansprechenden Auftritt den Klassenerhalt geschafft hat, keine Schnellschüsse wagen.

Bei der Vertragsverlängerung von Roger Bader lässt man sich jedenfalls Zeit, will das große Ganze und nicht die Errungenschaften in einem einzelnen Turnier, in das man nur aufgrund des Ausschlusses von Russland und Weißrussland gerutscht war, zur Bestandsaufnahme heranziehen. Die bisherige Bilanz des Eidgenossen ist jedenfalls alles andere als makellos, der Abstieg aufgrund einer peinlichen Niederlage gegen Italien 2019 ist noch in guter Erinnerung.

Eines scheint jedenfalls festzustehen: Bader als Headcoach des Nationalteams und als Sportdirektor in Personalunion wird es nicht mehr geben. Für den kühlen Schweizer würde eine Beschränkung seiner Aufgabengebiete finanzielle Einbußen bedeuten. Fraglich, ob er diese auch akzeptieren würde. Der Verband auf der anderen Seite könnte einen Teil der Kosten für den Teamchef (über 200.000 Euro) auf andere Projekte aufteilen.

Ein großer Kritikpunkt der gegen Bader als Sportdirektor spricht, ist die Stagnation im Nachwuchs. Anstatt heuer um den Aufstieg zu spielen, schrammte das U18-Team bei der B-WM beispielsweise nur knapp an einem Abstieg in die Drittklassigkeit vorbei, musste sich hinter Nationen wie Italien, Ukraine, Ungarn oder Slowenien einreihen.

Sollte es keine Verlängerung des Teamchefs geben, bzw. Bader, der einen mehrjährigen Vertrag wünscht, das ihm vorgelegte Arbeitspapier nicht unterschreiben, stellt sich die Frage, was und vor allem, wer nach seiner Ära folgt. Peter Schweda, bis jetzt Nachwuchsleiter der Vienna Capitals, soll jedenfalls in den ÖEHV wechseln und dürfte zumindest teilweise die Agenden des Sportdirektors übernehmen.

Mit einem Abstimmverhalten von 8 zu 5 (inklusive Liga-Präsident Jochen Pildner-Steinburg) wurde Asiago in die ICE-Liga aufgenommen. Überraschenderweise stimmberechtigt waren auch Ljubljana und Pustertal, die als Mitglieder auf Probe geführt werden und eigentlich nicht stimmberechtigt waren. Pustertal stellte jedoch einen Antrag, dass sie sowie Laibach doch stimmberechtigt seien. Dies wurde vom Präsidium und dann auch von den Klubs kurzerhand befürwortet.