Auf der Eisplatte fühlen sich Weltcup-Slalomartisten Marco Schwarz, Manuel Feller, Johannes Strolz, Stefan Brennsteiner, Michael Matt und Adrian Pertl wie zu Hause. Um im Trainingsplan für Abwechslung zu sorgen, hat sich die ÖSV-Trainerriege um Marko Pfeifer (Chef) und Martin Kroisleitner (Slalom) etwas Besonderes einfallen lassen. Kurzerhand wurde, nachdem die Gruppe im Hotel Werzers am Wörthersee ihre Zelte aufgeschlagen hat, Eishockey-Skills Coach Paul Ullrich für zwei Einheiten in der Eishalle Ferlach engagiert. „Wir brauchen für die Burschen Alternativen, sonst wird es zu eintönig“, erzählt Kroisleitner und ergänzt lächelnd: „Der Trainingsfaktor soll dennoch gegeben sein. Der Untergrund hier ähnelt so mancher Slalompiste. Und auch wir bewegen uns auf den Stahlkanten. Rumpfstabilität ist ein großer Faktor. Es gibt also genügend Parallelen zum Eishockey.“

Eishockey-Profi Peter Schneider (Red Bull Salzburg), der mit Felix Maxa (VSV) als professioneller „Vorturner“ agierte, zeigte sich überrascht von de Fähigkeiten der Skifahrer: „Sie stehen brutal gut auf den Eisen. Das sind so talentierte Sportler. Wir Eishockey-Spieler hätten auf den Skipisten größere Probleme.“ Also mit viel Talent, vor allem aber Leidenschaft und Ehrgeiz wurden die Übungen von Ullrich ausgeführt. Einen gewissen Vorteil wollte der Radentheiner Marco Schwarz nicht verheimlichen: „Ich war bereits mit den Abfahrern in der Red Bull Akademie in Salzburg auf dem Eis. Aber als Kärntner wächst man mit Eishockey natürlich auf, war in der Schule immer wieder auf dem Eis.“

Groß war die Begeisterung bei Slalom-Weltcupsieger Manuel Feller: „Das war richtig lässig. Auch wenn ich besser Eis laufe, als mit dem Schläger umgehe. Hoffentlich bekommen wir noch öfters die Gelegenheit dazu.“ Sowohl Schwarz als auch Feller ziehen viel Nutzen aus der Eiseinheit: „Das Fahrverhalten in den Kurven ähnelt stark dem Skifahren. Man ist gezwungen, gut die Balance zu halten. Kitzbühel war ähnlich wie hier“, meint der Tiroler schmunzelnd.

Multisportiv aufgewachsen

Am Ende zog Eishockey-Trainer Paul Ullrich Resümee: „Die Jungs sind exzellent drauf, es hat großen Spaß gemacht. Man sieht sofort, dass hier professionale Athleten dabei sind, die multisportiv aufgewachsen sind. Das sieht man.“ Für ihn sei es interessant, Parallelen zu ziehen und Unterschiede zu sehen. „Viele Übungen, sagten mir die ÖSV-Trainer, sind nahezu ident.“ Wer der Talentierteste war? „Der Blacky“, meinte Ullrich, der im Juli weitere Camps in Villach und Ferlach veranstaltet, schmunzelnd. „Aufgrund seiner Vorkenntnisse.“

Ob die Sympathien der ÖSV-Asse für KAC oder VSV schlagen? Feller: „Ich weiß, hier gibts eine Rivalität. Aber ich als Tiroler halte mich da raus.“ Schwarz hingegen wurde deutlicher: „Definitiv der VSV.“