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Manndeckung für WAC-KapitänLiendl: "Dieser Stil passt nicht mehr in unsere Zeit"

WAC-Kapitän Michael Liendl steht bei 14 Scorerpunkten aus nur elf Spielen. Gegen Altach brachte ihm das eine ungewohnte Manndeckung ein. Seine zwei Assists konnten damit nicht verhindert werden.

SOCCER - BL, Altach vs WAC
Wiss (links) wollte Liendl keinen Meter von der Seite weichen © GEPA
 

Und wenn er aufs Klo geht, dann gehst du mit ihm mit.“ Viele Amateurfußballer haben diese sehr spezielle Anweisung ihres Trainers schon oft gehört.

Während die klassische Manndeckung auch im Unterhaus zum Auslaufmodell wird, wurde sie im Profifußball eigentlich schon vor Jahren ins Abstellkammerl des Zeugwarts verfrachtet. Zumindest bis Samstag, als Altach-Defensivspieler Alain Wiss WAC-Kapitän Michael Liendl keinen Meter von der Seite weichen wollte. „Das war schon ungewohnt. Aus meiner Sicht ist das kein moderner Stil und er passt auch nicht mehr in unsere Zeit“, sagt Liendl. Auch den Mitspielern Christopher Wernitznig und Kai Stratznig wurde meist ein Bewacher zur Seite gestellt.

In der ersten Halbzeit schien der Altacher Matchplan aufzugehen. Der WAC konnte sich kaum Chancen erspielen. Bis Liendl schon gegen Ende in zwei Momenten der Manndeckung entkommen konnte und Eliel Peretz und Dario Vizinger innerhalb von sechs Minuten mit langen Bällen ideal bediente. „Für die Mannschaft war das 1:0 enorm wichtig. Es war kein schönes Spiel von uns. Wenn Altach in Führung gegangen wäre, dann wäre es schwer geworden“, sagt Liendl.

Die besondere taktische Ausrichtung der Altacher war auch Resultat der bisherigen Saison des 35-Jährigen. 14 Scorerpunkte (acht Tore und sechs Assists) stehen in allen drei Bewerben auf dem Konto. Sechs Vorlagen in der Liga bedeuten Platz eins vor dem Salzburger Dominik Szoboszlai, hinter dem ja bekanntlich halb Europa her sein soll.

Mit Corona auf der Couch

Trotz der besonderen Umstände rund um das erste Spiel nach dem Corona-Ausbruch beim WAC waren auch in Altach nur drei Punkte zu holen. Für die Mannschaft sind sie dennoch auch eine enorme Erleichterung. Niemand hat gewusst, was auf ihn zukommt und wie der Körper wirklich reagieren wird, wenn man nach der Infektion wieder ans Limit geht. „Ich bin selbst auch erkrankt und habe die ersten beiden Tage nur auf der Couch verbracht. Danach wurde es besser und ich konnte zumindest im Garten frische Luft schnappen“, erzählt Liendl.
Sportlich konnten die Lavanttaler das Coronavirus abschütteln.

Die Konzentration liegt jetzt auf der ersten von vier englischen Wochen in Folge. Am Donnerstag kommt Dinamo Zagreb, am Sonntag Ried. Mit den Kroaten hat man nach der knappen 0:1-Niederlage im Hinspiel noch eine Rechnung offen. Beide Teams mussten aufgrund der Infektionen vor zweieinhalb Wochen schon ersatzgeschwächt antreten.

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