Eine Punktlandung gelang Österreich beim 5:2-Triumph gegen Frankreich. Nach sieglosen 21 Jahren bei Weltmeisterschaften. Zeitzeugen sahen Parallelen zum 6:0 von Prag 2004. Weil wie damals eine goldene Generation das rot-weiß-rote Dress trägt. Angeführt von einem exzellenten Marco Kasper, der die Fäden gezogen hatte. Der NHL-Crack der Detroit Red Wings erhielt die meiste Eiszeit und stach aus einem insgesamt leidenschaftlichen, fokussierten Auftritt der Bader-Truppe heraus. So oft plagte sich Team Austria gegen die Franzosen, auch dank tatkräftiger Unterstützung desaströser Schiedsrichter. Doch dieses Mal ließen sich die Österreicher nicht von solchen Widrigkeiten beirren.

Zwar blieb den Österreichern nur kurz Zeit zur Regeneration. Für Benjamin Baumgartner zu kurz, der verletzt passen musste (soll gegen Slowenien wieder dabei sein). 18 Stunden nach „Oh, Canada“ standen sie den Franzosen gegenüber, denen bereits nach 39 Sekunden nicht nach Singen war. Kasper erwischte, ideal von Dominic Zwerger in Szene gesetzt, den rot-weiß-roten „Angstgegner“ via Innenstange kalt. Mit der 1:0-Führung im Rücken schien zumindest die Nervosität gelöst.

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Zu diesem Zeitpunkt verbiss sich Frankreich noch wie gewohnt in die Partie, gewann viele Zweikämpfe, setzte sich in der Zone fest. Goalie David Kickert präsentierte sich jedoch hellwach. Und Österreich konterte: Via Lebler und Haudum landete der Puck bei Vinzenz Rohrer, der zum 2:0 erhöhte. Bei einem Texier-Querlattentreffer hatte Team Austria Glück und noch mehr beim 3:0: Ein Forecheck von Kasper und Co. zeigte Wirkung, Keeper Keller sorgte mit einem Schnitzer, Ramon Schnetzer verwertete. Es war der insgesamt fünfte Torschuss der Österreicher.

Frankreich setzte in der Folge auf Provokationen. Speziell St. Louis Blues-Akteur Alexandre Texier, der etwa Kasper ohne Folgen von den Beinen gerissen hatte. Wohl aus Kalkül: Der Klagenfurter lieferte eine herausragende Leistung, verteilte die Scheiben, war kaum zu bändigen, stabilisierte in der Defensive und riss immer wieder mit seiner kompletten Spielweise die gesamte Mannschaft mit. Das 4:0 hatte Raffl nach Huber-Vorarbeit am Stock, danach Haudum (27.) und Heinrich (30.). An die Stange kullerte ein Rohrer-Abfälscher (34.), später vergab Huber in Unterzahl (38.). Die gut 400 rot-weiß-roten Schlachtenbummler ließen sich ihre Feierlaune nicht trüben.

Frankreich wirkte da bereits resigniert und war sich nicht zu schade, zu Unsportlichkeiten zu greifen. So täuschte Kevin Bozon eine Verletzung im Gesicht vor, um Sekundenbruchteile später frisch und munter wieder auf den Eisen zu stehen (41.). Als die Referees beim zweiten Mal hereinfielen entwischte Rohrer den Franzosen, tanzte sich durch drei Mann. Ein Foul stoppte ihn, sein anschließender Penalty-Tor wurde nach Videountersuchung aberkannt (50.). Einen handfesten Skandal lieferten die Referees im Anschluss: Ein glasklares Foul an Rohrer wurde „übersehen“, Frankreich schaltete um und erzielte das 1:3. Über 4000 buhten das Quartett minutenlang aus. Trotz Kaspers späteren Empty-Net-Treffer blieb die Partie heiß. Bellemare sorgte für den neuerlichen Anschlusstreffer. Peter Schneider sorgte mit dem 5:2 endgültig für den Schlusspunkt.

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