Die ehemaligen Anführer und damit für das Desaster beim DSV Leoben verantwortlichen Personen sind disqualifiziert, sie werden mitsamt ihren horrenden Altlasten die Juristerei (straf- und zivilrechtlich) noch geraume Zeit beschäftigen. Als Fußballverein bleibt der Klub allerdings bestehen, und die neue Führung war in den vergangenen Wochen intensiv damit beschäftigt, aus den Trümmern heraus eine Art Neuaufbau zu inszenieren. Das ist offenbar zumindest zum Teil gelungen.
Für die Regionalliga-Meisterschaft, die für den nach der Insolvenz unabwendbaren Abstieg in die Landesliga zu Ende gespielt werden muss, wurde binnen weniger Tage ein 22-Mann-Kader zusammengestellt, wobei auch Improvisation gefragt war. Sieben Spieler rückten aus der zweiten Mannschaft in das seit wenigen Tagen von Trainer Ismet Nesimovic betreute Einser-Team auf, die Kampfmannschaft 2 wiederum wurde mit all jenen U18-Kickern, die sich nicht abgemeldet haben, aufgefüllt. Bei der analog zur U18 aufgelösten U16 gab es sechs Abmeldungen, die Verbliebenen bilden mit der U15 eine Einheit.
Neo-Obmann Peter Krenmayr, der den kompletten Umbau gemeinsam mit Sportmanager Mark Prey und, was den Nachwuchs betrifft, „nach Absprache mit den Eltern“ vorangetrieben hat, spricht von einer Art „Aufbruchstimmung“, zumal es auch schon Zusagen von neuen Sponsoren gebe. Der Klubchef versicherte, dass die Spieler des A-Teams lediglich eine Aufwandsentschädigung erhalten würden. „Die Saison ist ausfinanziert.“