Er schrieb in einer Zeit, als das gesprochene Wort in der Formel 1 noch leibhaftige Substanz hatte und Helmut Zwickl war einer jener Journalisten, die diese Materie so geschliffen transportierten, dass der Leser gleichermaßen unterhalten wie fundiert informiert wurde. Der legendäre Motorsport-Experte, der jahrzehntelang für den „Kurier“, aber auch u. a. die „Autorevue“ die medialen Schalthebel betätigte, verfügte über enormes Fachwissen. Am Sonntag ist Zwickl im Alter von 85 Jahren verstorben.

Helmut Zwickl startete in den 1960er-Jahren, parallel zum Aufstieg von Österreichs erstem Formel-1-Star Jochen Rindt. Nach eigenen Angaben war der Wiener bei 560 Grands Prix live zugegen, und der direkte Kontakt wurde früher von beiden Seiten hochgehalten. So gewann er quasi aus der Pole Position heraus das Vertrauen der Piloten-Größen von einst wie (neben Rindt) vor allem Niki Lauda, aber auch Jackie Stewart, Emerson Fittipaldi oder Mario Andretti, später war er auch Wegbegleiter von Gerhard Berger und Alexander Wurz. Eine besonders enge Beziehung pflegte er zu Nigel Mansell.

„Helmut Zwickl war der Analytiker mit unglaublichem Durchblick und wurde zum Teil auch gefürchtet wegen seiner schonungslosen, auf den Punkt gebrachten Berichterstattung“, erinnert sich Zeitgenosse Helmut Marko. In der gesamten Formel-1-Szene genoss der Journalist laut Marko ein „sehr hohes Standing“. Das Fahrerlager war ein Ort der persönlichen Begegnung auf einer gemeinsamen Ebene.

Zwickl war auch die treibende Kraft hinter der „Ennstal Classic“, der Oldtimer-Rallye, die ab 1993 Fahrt aufgenommen hatte. Zudem zeichnet er auch als Autor mehrerer Bücher verantwortlich, etwa über Jochen Rindt oder Jim Clark.