Kärnten gilt als Vorreiter bei erneuerbaren Energien. Warum spielt Windkraft eine so zentrale Rolle?

Jürgen Mandl: Kärnten steht vor zwei großen energiepolitischen Herausforderungen: den steigenden Energiebedarf zu decken und gleichzeitig den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu schaffen. Windkraft ist unverzichtbar für einen zukunftsfähigen Energiemix. Sie trägt entscheidend zur Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von globalen Energiekrisen bei.

Die bevorstehende Volksbefragung sorgt für kontroverse Debatten. Wie stehen Sie dazu?

Die Energiewende darf nicht zum Spielball populistischer Politik werden. Eine Volksbefragung ist ein demokratisches Instrument, aber sie muss auf Fakten basieren. Kärnten braucht einen ausgewogenen Energiemix aus Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft und Biomasse. Die Blockade einzelner Technologien gefährdet die Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.

Kritiker stehen der Windkraft skeptisch gegenüber. Ein Kritikpunkt ist, dass Windkraft die Strompreise in die Höhe treibt. Wie beurteilen Sie diese Aussage?

Solche Warnungen zeugen von einem grundlegenden Missverständnis der Energiepolitik. Energie wird teurer, wenn das Angebot nicht ausreicht. Tatsächlich ist Windkraft an Land die günstigste Energiequelle. Kärnten importiert jährlich Energie im Wert von 570 Mio. Euro – mehr als wir für die Pflege unserer älteren Generation ausgeben. Wenn wir dieses Geld in erneuerbare Energie vor Ort investieren, stabilisieren wir langfristig die Strompreise und schaffen Wertschöpfung.

Welche Rolle spielen die Unternehmer in dieser Transformation?

Ich appelliere an sie, den Ausbau der erneuerbaren Energien aktiv zu unterstützen, in innovative Technologien zu investieren und die Chancen von Green Jobs zu nutzen. Die Energiewende ist keine Last, sondern eine wirtschaftliche Chance, die Kärnten stabiler und wettbewerbsfähiger macht.

Warum ist es so wichtig, am 12. Jänner 2025 gegen das Windkraft-Verbot zu stimmen?

Ein Nein zum Windkraft-Verbot ist ein Ja zur Zukunft Kärntens. Es bedeutet, den Weg für erneuerbare Energien, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung frei zu machen. Nur mit einem ausgewogenen Energiemix können wir Versorgungssicherheit gewährleisten, Arbeitsplätze sichern und die Basis für eine nachhaltige Wirtschaft schaffen. Diese Entscheidung hat Auswirkungen weit über den Wahltag hinaus – sie prägt die Lebensqualität künftiger Generationen.

Nein zum Windkraft-Verbot: Drei Fragen an...

Christoph Aste, Initiator von „Unsere Energie für unser Kärnten“
Christoph Aste, Initiator von „Unsere Energie für unser Kärnten“ © Helge Bauer

Warum ist ein ausgewogener Ausbau erneuerbarer Energien so entscheidend für Kärnten?

Christoph Aste: Nur ein sauberer Energiemix sichert unsere Energieversorgung, stärkt den Wirtschaftsstandort und schützt Arbeitsplätze. Gleichzeitig schaffen wir eine nachhaltige Zukunft und werden unabhängiger von teurer, importierter Energie.

Welche Risiken sehen Sie in einem Totalverbot der Windkraft?

Ein Totalverbot ist gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise ein falsches Signal. Es gefährdet Arbeitsplätze und bremst Investitionen.

Was können die Bürgerinnen und Bürger Kärntens mit ihrer Stimme am 12. Jänner 2025 bewirken?

Mit ihrer Stimme können sie die Energiezukunft ihres Bundeslandes mitgestalten. Sie können sich für saubere, nachhaltige Energiequellen entscheiden und gegen ein Windkraftverbot, das den Klimaschutz, die Wirtschaft und die Energieunabhängigkeit Kärntens gefährden würde.