Von der Baubranche über das Tischlerhandwerk bis hin zu spezialisierten Nischenbetrieben – Kärntens Unternehmen der Sparte Gewerbe und Handwerk sorgen für Stabilität, Vielfalt und Beschäftigung – auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Durch die anhaltende konjunkturelle Abkühlung stehen sie derzeit vor enormen Herausforderungen.

Die Branche verzeichnet deutliche Rückgänge, besonders in investitionsgüternahen Bereichen wie dem Bau- und Ausbaugewerbe aber auch im Zulieferbereich der Industrie. Trotz der widrigen Umstände sind die Unternehmen bereit, neue Impulse zu setzen, doch dafür braucht es die Unterstützung der Politik.

Forderungskatalog an die Bundesregierung

Peter Storfer, Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk: „Wir haben konkrete Forderungen an die neue Bundesregierung formuliert, um die Rahmenbedingungen für Wachstum zu schaffen. Die Politik muss jetzt handeln, um die Wirtschaft anzukurbeln und den Betrieben wieder eine Perspektive zu geben.“

Neben gezielten Wohnbauförderungen sind dies steuerliche Anreize für Bauprojekte, die Abschaffung der KIM-Verordnung zur Erleichterung von Finanzierungen, eine befristete Investitionsprämie sowie der Abbau bürokratischer Hürden, etwa bei der EU-Entwaldungsverordnung. Storfer: „Die gezielte Zweckwidmung der Wohnbauförderung und verbesserte steuerliche Abschreibungen sind essenziell, um Investitionen zu fördern und gleichzeitig die Wohnraumsituation zu verbessern.“

Es liegt nun an der künftigen Bundesregierung, diese Forderungen aufzugreifen und entschlossen umzusetzen. Die Rahmenbedingungen für das Gewerbe und Handwerk müssen so gestaltet werden, dass Wachstum wieder möglich wird. „Die Betriebe sind bereit, ihren Beitrag zu leisten, doch sie brauchen die richtigen Impulse aus der Politik. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Abwärtsspirale zu stoppen und eine positive Dynamik zu schaffen, die allen zugutekommt“, so Storfer abschließend.

3 Fragen an...

Peter Storfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Kärnten
Peter Storfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Kärnten © Fritz

Sie vertreten rund 20.000 Gewerbe- und Handwerksbetriebe in Kärnten. Wo sehen Sie Ihre Aufgabe?

Peter Storfer: Meine Aufgabe ist es, die Anliegen der vielfältigen Branchen – von der Bauwirtschaft bis hin zu den Pflegekräften – aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Interessen – möglichst - aller Branchen, gleichberechtigt Berücksichtigung finden.

Wie wichtig ist die Lehrlingsausbildung für die Zukunft des Handwerks?

Die Lehrlingsausbildung ist das Rückgrat des Handwerks. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte können wir die Qualität und Innovationskraft unserer Betriebe nicht halten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es entscheidend, junge Menschen für eine Lehre zu begeistern.

Welche Maßnahmen könnten die Attraktivität der Lehrberufe steigern?

Wichtig sind gezielte Kampagnen sowie die weitere Entlastung der Lehrbetriebe in finanzieller Hinsicht. Lehrlinge und Schüler sollten dem Staat gleich viel wert sein. Auch die Förderung von Modellen wie der Lehre mit Matura oder verkürzte Lehrzeiten für Maturanten sind hilfreich.