Meeräschen, Goldbrassen, Aale, Forellen, Tintenfisch, Fasolari — die Küste von Friaul-Julisch Venetien ist ein Paradies für Liebhaber köstlicher Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten. Denn die Orte entlang der 130 Kilometer langen Küste, die von Lignano Sabbiadoro über die Lagune von Marano und Grado bis hin bis zum Golf von Triest und Muggia reicht, verwöhnt mit zahlreichen traditionellen Gerichten aus dem Meer. Unbedingt ausprobieren sollte man die typischen „Sievuli soto sal“, Meeräschen, die einige Monate in Salz eingelegt werden. Aber auch die Köstlichkeiten aus den in die Adria mündenden Flüssen Tagliamento und Stella erfreuen den Gaumen.
Königin von San Daniele. Der unbestrittene Star der Flussküche ist die Forelle aus dem Stella. Ein Gaumenschmaus ist aber auch die Räucherforelle von San Daniele, die als „Königin von San Daniele“ bezeichnet wird. Der Ort selbst zählt zu den Perlen von Friaul-Julisch Venetien und begeistert mit traumhaften Panoramen auf stimmungsvolle Hügellandschaften — und natürlich mit dem berühmten San Daniele Schinken, der auf eine tausendjährige Tradition zurückblickt. San Daniele hat mit der „Biblioteca Guarneriana“ auch eine der prächtigsten Bibliotheken Italiens sowie einen blendend weißen Dom aus dem 18. Jh. Sehenswert ist zudem die einstige Kirche Sant‘Antonio Abate, deren Fresken der Ort seinen Beinamen „Kleines Siena“ verdankt.
Unberührte Landschaften. Durch San Daniele fließt auch der Tagliamento, der den Ort und die Region entscheidend geprägt hat. Der Fluss ist nicht nur außergewöhnlich schön, sondern zählt aufgrund seines unberührten Ökosystems zu den letzten natürlichen Flüssen Europas. Über die Jahrhunderte hinweg hat er sowohl Leben als auch Arbeit der Bewohner beeinflusst. Mit einer Länge von 170 Kilometern durchquert er die Alpen und die Hügellandschaft, lässt die größeren Kieselsteine in den Magredi der oberen Tiefebene zurück, erreicht die Grundwasserquellen und trägt zur Speisung der Lagunen bei. Etwa der von Marano Lagunare und Grado. Dabei ist der einstige Fischerort Marano der ideale Ausgangspunkt, um die Lagunenlandschaft zu erkunden, die mit reichhaltiger Flora und Fauna sowie den typischen „Casoni“ (Fischerhütten) verzaubert. Die Lagunen von Marano und Grado zählen zu den stimmungsvollsten Gegenden der oberen Adriaküste. Sowohl die Lagunen als auch der Tagliamento sind die perfekten Ziele für Fahrten mit dem Kanu, Boot oder für Rafting. Und natürlich für Feinschmecker, die sich durch die traditionellen Gerichte der Küstenregion kosten möchten — dazu zählt übrigens auch das Rezept für Paccheri con polpo e datterini, dass uns Kevin Gaddi in der Box oben präsentiert.