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OMBUDSMANN-KONSUMENTENSCHUTZPlastikfreies Einweggeschirr hat AK-Test bestanden

Bis 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig und der Verbrauch von Einwegkunststoffen reduziert sein. Die Experten der Arbeiterkammer haben als Alternative nachhaltige Produkte getestet.

Dem Plastikgeschirr wird der Kampf angesagt!
Dem Plastikgeschirr wird der Kampf angesagt! © alexat25 - stock.adobe.com
 

Wie gut sind die vermeintlich „nachhaltigen“ Produkte aus Palmblättern, Zuckerrohr, Pappkarton und Bio-Kunststoff wirklich? Im Test wurde von den Experten der Arbeiterkammer bei einzelnen Produkten Schadstoffe, Schimmel und sogar Pestizide festgestellt.

Zwölf der getesteten 20 plastikfreien Teller und Becher wurde mit "Gut" bewertet. Keines mit "Sehr gut".

Einweggeschirr hat gut abgeschnitten!

Ökotest hat 20 Produkte im Labor auf Schadstoffe und sonstige Mängel prüfen lassen. Das Testergebnis zeigt, dass die Produkte insgesamt ganz gut abgeschnitten haben: 12 der 20 Produkte sind mit "Gut" bewertet worden. Ein "Sehr gut" war nicht dabei. Leichte Mängel bei den Inhaltsstoffen oder der Auslobungen führten bei den guten Produkten zur Abwertung. Acht Produkte waren mittelmäßig bis mangelhaft.

"In den Einwegtellern von Orion wurde das Pestizid DDT festgestellt. In vielen Industrienationen ist dieses Insektizid seit den mehr als 40 Jahren verboten!", berichten die Tester der AK. In Indien wird DDT weiterhin zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt.

Unmittelbare gesundheitliche Gefahren für Konsumenten sind aufgrund des Laborfundes aber nicht zu erwarten. Allerdings wurde in den gleichen Tellern und in den Bionatic Palmblatt Bärentällern auch ein starker Befall mit Schimmelpilzen festgestellt.

In 14 Produkten aus Palmblättern, Pappkarton oder Zuckerrohr wurden halogenorganische Verbindungen festgestellt - vermutlich Rückstände aus der Chlorbleiche. Vier Produkte fielen durch einen strengen Geruch auf, der einem den Appetit verderben könnte.

Nachhaltig statt Plastik

Optisch ist das Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen meist kaum von konventionellen Plastik zu unterscheiden. Vor allem Produkte aus dem Biokunststoff Polylactid sieht man das Ausgangsmaterial Zucker und Stärke aus Mais und Rüben nicht an.

Besser für die Umwelt

Nur Mehrweggeschirr verringert tatsächlich die Müllmenge. Die Umweltbelastung durch Geschirr aus Biokunststoff ist mit PET-Kunststoff vergleichbar.
Auch als „biologisch abbaubar“ gekennzeichnetes Einweggeschirr aus Pappkarton oder Biokunststoff ist nur unter spezifischen Bedingungen - die nur in industriellen Kompostier-Betrieben vorzufinden sind - kompostierbar.
Zudem wird plastikfreies Einweggeschirr - mit Ausnahme von Pappkarton - meist in China, Indien oder Thailand gefertigt. Inwiefern in diesen Herkunftsländern faire Produktionsbedingungen sichergestellt werden können, ist fragwürdig.

Auch aus der Rohfaser des ausgepressten Zuckerrohrs, auch Bagasse genannte, werden Teller, Schalen und Schüsseln gefertigt. Aufgrund des Zellstoffs, der bei der Zucker-Produktion übrigbleibt, werden diese besonders weiß. Teller aus Palmblätter oder Weizenkleie sind ebenfalls eine Alternative.

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